Unbekannter Hammerhai in Belize

Im Meer vor Belize haben Forscher diese Woche eine bis jetzt noch unbekannte Hammerhai-Art entdeckt. Die Entdeckung zeigt, wie dringend dieses einzigartige Gebiet in der Karibik mit dem längsten Barriereriff der nördlichen Hemisphäre, geschützt werden muss. Der WWF fordert nun weitergehende Schutzmassnahmen von der Regierung von Belize.

Das Fisheries Department von Belize und Forscher der Florida International University (FIU) haben diese Woche die Entdeckung einer bisher noch unbekannten Art aus der Gattung Sphyrna (Hammerhai) gemeldet.

Die neu entdeckte Hai-Art lebt relativ gebietstreu und ist auf saubere Gewässer angewiesen. Ihre Anwesenheit zeigt, dass der Lebensraum am Belize Barriere Riff noch weitgehend intakt ist. „Die Art ist ein weiteres Beispiel für die Bedeutung des Belize Barriere Riffs als mariner Biodiversitäts-Hotspot“, sagt Doris Calegari, Artenschutzexpertin beim WWF Schweiz. „Damit dieses wertvolle Gebiet auch in Zukunft erhalten bleibt, setzt sich der WWF mit weiteren Partnern für einen strengeren Schutz ein.“

Das Meer vor Belize ist ein Paradies für über 1.400 Arten von Pflanzen und Tieren, darunter die weltgrösste Population von bedrohten westindischen Seekühen, seltene Meeresschildkröten, Rochen, Haie und Delfine.

Das Belize Barriere Riff wurde 1996 zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt. In den letzten Jahren wurde das Ökosystem des Riffs jedoch durch Bautätigkeit an der Küste zerstört und 6500 Hektaren Mangrovenwälder wurden abgeholzt. In der Folge hat die UNESCO 2009 das Belize Barriere Riff auf die Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt. Doch geplante Ölbohrungen in den Gewässern von Belize gefährden das Riff noch heute und müssen verboten werden.

Letzten Oktober hat der WWF dem Premierminister von Belize eine Petition mit über 265‘000 Stimmen überreicht. Sie alle fordern, dass die Regierung von Belize alles unternimmt, um dieses einzigartige Riff zu schützen. In der Folge wurden seismische Untersuchungen in einem Radius von einem Kilometer vom Riff verboten. Der WWF ist erfreut über dieses ermutigende Zeichen, fordert aber ein komplettes Verbot von Ölbohrungen in den Gewässern von Belize. Nur dann kann das Belize Barriere Riff von der UNESCO Liste der gefährdeten Welterbe entfernt und der langfristige Schutz dieses fragilen Ökosystems sichergestellt werden.

Das Riff trägt 15 Prozent zum jährlichen BIP von Belize bei: Mehr als die Hälfte der Bevölkerung des Landes, rund 190.000 Menschen, lebt vom Einkommen durch kommerzielle Fischerei oder Tourismus und ist so direkt vom Belize Barriere Riff abhängig.

Webseite: www.wwf.ch

>>mehr

Tier des Jahres 2017 ist der Rothirsch

Mit dem Rothirsch (Cervus elaphus) wählt Pro Natura einen "wilden Pendler" zum Tier des Jahres 2017. Der "König der Wälder" wandert viel - zwischen Tag- und Nachtquartier sowie zwischen Sommer- und Winterlebensraum. Die stark zerschnittene Landschaft der Schweiz stellt für ihn dabei ein immer grösseres Problem dar. Pro Natura macht sich mit der Wahl des Rothirschs für die nötige Überbrückung von menschgemachten Hindernissen stark - zugunsten aller Wildtiere.

Die zwei bekanntesten Merkmale des Tiers des Jahres 2017 sind sein majestätisches Geweih sowie sein ohrenbetäubendes Röhren zur Brunftzeit. Weniger bekannt ist, dass Rothirsche ein ausgeprägtes Mobilitätsbedürfnis haben. Sie wandern oft weite Strecken zwischen Tages- und Nachtquartier sowie zwischen Sommer- und Winterlebensraum. Diese Wanderrouten werden in unserer durch Strassen, Schienen und Siedlungen stark zerschnittenen Landschaft immer mehr unterbrochen.

Freie Bahn!
Mit der Wahl des "wilden Pendlers" zum Tier des Jahres will Pro Natura auf die Wanderbedürfnisse und -nöte vieler einheimischer Wildtiere aufmerksam machen. "Strassen, Schienen und Siedlungen sind die wichtigsten Wanderhindernisse für Wildtiere auf ihren täglichen oder jahreszeitlichen Streifzügen. Es braucht in unserer immer stärker zerschnittenen Landschaft dringend wieder mehr durchgängige Wildtierkorridore, entlang derer sich Tiere ungehindert bewegen können", fordert Andreas Boldt, Wildtierspezialist bei Pro Natura. Dazu startet Pro Natura eine Kampagne unter dem Motto "Freie Bahn für Wildtiere!"

Majestätische Last
Der Rothirsch ist eines der grössten einheimischen Säugetiere. Beim Männchen werden Schulterhöhen von bis zu 130 cm gemessen. Weibchen sind etwas kleiner. Ihnen fehlt ausserdem das wohl bekannteste Erkennungsmerkmal von Hirschen: Das Geweih. Dieser Kopfschmuck wird jedes Jahr zwischen Frühling und Sommer neu und grösser gebildet. Ein Kraftakt: Bis zu 150 Gramm Knochenmasse produziert ein Tier täglich. Ein ausgewachsenes Geweih wiegt bis zu acht Kilogramm.

Eine "grosse Röhre"
Zur Paarungszeit im Herbst dient das Geweih Platzhirschen dazu, männliche Konkurrenz von den begehrten weiblichen Artgenossinnen fernzuhalten. In dieser Zeit des Jahres ist der "König der Wälder" am auffälligsten - vor allem fürs Ohr. Mit ihrem erregten Brunft-Röhren umwerben die Männchen paarungsbereite Weibchen. Bis zu 500 Mal in der Stunde brüllt sich ein brunftiger Hirsch die Seele aus dem Leib.

Jagdgesetz hat geholfen
Mitte des 19. Jahrhunderts war der Rothirsch in der Schweiz ausgerottet. Die Rückkehr fand ab 1870 von Österreich her statt. Mit dem eidgenössischen Jagdgesetz von 1875 wurden für die Rothirsche entscheidende Verbesserungen eingeführt: Jagdbanngebiete, in denen die Tiere nach wie vor Schutz finden, beschränkte Jagdzeiten sowie der Schutz der weiblichen Tiere. Heute leben wieder etwa 35'000 Rothirsche in der Schweiz.

Von Ost nach West
Die Rückkehr des Rothirschs in seine ursprünglichen Lebensräume ist noch nicht abgeschlossen. Da die Wiederbesiedlung der Schweiz von Osten her geschieht, zeigt sich auch ein auffälliges Verbreitungsmuster: Am meisten Tiere leben im Südosten der Schweizer Alpen. Vorkommen gibt es aber auch im Mittelland. Etwas weniger im Jura. An seiner natürlichen Ausbreitung wird der Rothirsch durch die vielerorts unüberbrückbaren Hindernisse wie Autobahnen, Bahnlinien oder Siedlungen gehindert.


Quellen: Bild 1: Prisma / Bernhardt Reiner
Bild 2: Pro Natura / Laudo Albrecht
Bild 3: Prisma / Reinhardt Hoelz

Webseite: www.pronatura.ch

>>mehr

Kleinster Schweinswal vor Ausrottung

Laut aktuellen Schätzungen ist die Zahl der kleinsten Schweinswale der Welt, der Vaquitas, innerhalb von nur einem Jahr um 50 Prozent auf nun mehr dreissig erwachsene Tiere eingebrochen.
Der WWF warnt daher, dass eine weitere, charismatische Tierart kurz vor der Ausrottung steht.

Vaquitas leben ausschliesslich im Golf von Kalifornien in Mexiko. Ihre einzige Bedrohung sind Fischernetze, in denen sie unabsichtlich gefangen werden und ertrinken. „Für den Vaquita ist es wenige Sekunden vor Zwölf. Um ein Aussterben zu verhindern, brauchen wir ein sofortiges, komplettes und zeitlich unbefristetes Fischereiverbot in seinem Lebensraum“, fordert Alice Eymard-Duvernay, Meeresexpertin beim WWF Schweiz. Entscheidend für den Erfolg eines derartigen Fischerei-Verbots ist allerdings ein konsequentes Vorgehen der mexikanischen und amerikanischen Behörden gegen den illegalen Fang des Totoaba-Fischs. Wenn Totoabas gefangen werden, verenden viele Vaquitas in den Netzen als Beifang. Mit Schwimmblasen von Totoabas lässt sich verbotenerweise viel Geld verdienen, weshalb sie über die USA nach China geschmuggelt werden. Sie gelten dort als Delikatesse, für die Liebhaber bis zu 1000 Dollar pro Stück bezahlen.

Vaquitas Marinas, zu Deutsch „Kälbchen der Meere“, verdanken ihren Namen ihrer schwarz-weissen Färbung. Der Rücken der Kalifornischen Golftümmler ist dunkelgrau, während die Seiten heller und die Bauchseite weiss ist. Rund um die Augen haben sie einen schwarzen Ring. Das Maul ist ebenfalls dunkel gefärbt. Sie werden maximal 150 cm gross und 55 Kilo schwer und sind damit noch etwas kleiner als der in Nord- und Ostsee heimische Schweinswal.

Webseite: www.wwf.ch

>>mehr

Revision des Jagdgesetzes

Pro Natura, BirdLife Schweiz und der WWF Schweiz lehnen die am 30. November 2016 ablaufende Revision des eidgenössischen Jagdgesetzes in dieser Form dezidiert ab. Sie regelt nicht nur die durch die Motion Engler vom Parlament in Auftrag gegebene Wolfsregulation auf ungenügende Weise. Sie würde auch den Schutz weiterer geschützter Arten stark schwächen. Es droht ein massiver Rückschritt im Artenschutz.

Die Motion von Ständerat Stefan Engler (CVP, GR) für ein Zusammenleben von Wolf und Bergbevölkerung hat dem Bundesrat den Auftrag für eine Revision des eidgenössischen Jagdgesetzes gegeben. Neu sollten darin Möglichkeiten geschaffen werden, den Wolfsbestand zu regulieren, um ein konfliktärmeres Zusammenleben zu ermöglichen. «Regulieren» ist dabei die schönfärberische Umschreibung von Dezimierung durch Tötung. Erfahrungen im Ausland zeigen deutlich, dass die Bestandesdezimierung weder zu weniger Konflikten noch zu mehr Akzeptanz gegenüber dem Wolf führt – Konflikte nahmen sogar oft zu. Für Pro Natura, BirdLife und den WWF Schweiz ist klar, dass als Grundvoraussetzung für jegliche Dezimierung ein überlebensfähiger Wolfsbestand vorhanden sein muss. Gegen den Abschuss von tatsächlich problemstiftenden Wolfsindividuen stellen sich die Organisationen jedoch nicht.

Bedingungen nicht erfüllt

Der Vorschlag zur Revision des Jagdgesetzes erfüllt diese Bedingung aber in keiner Weise. Die neue Regelung für Dezimierungsabschüsse von Wölfen gibt zwar vor, dass der Bestand nicht gefährdet werden darf. Diese Formulierung ist jedoch eine Farce, da man nach Inkrafttreten dieser Revision bereits mit aktuell drei Rudeln den Bestand dezimieren dürfte. Und dies sogar ohne dass bereits ein Schaden eingetreten ist. Unter diesen Voraussetzungen ist das langfristige Überleben der Wölfe in der Schweiz nicht gesichert.

Nicht nur der Wolf betroffen

Der Gesetzesentwurf geht zudem weit über den Auftrag des Parlaments hinaus, da er in den Ausführungsbestimmungen viele weitere geschützte Arten nennt, die in Zukunft «reguliert» werden sollen. Was einer Interessensgruppe in die Quere kommt, soll dezimiert werden können. Solche Abschussregime sind weder fachlich begründbar noch zielführend. Beim Biber beispielsweise können Konflikte mit Abschüssen kaum gelöst werden, da Reviere schnell wieder von neuen Tieren besetzt werden. Beim Luchs sind der Bestand und die genetische Basis so klein, dass die akute Gefahr einer Wiederausrottung bestehen würde.

Es droht eine «Abschussspirale»

Eine zusätzliche massive Verschlechterung bringt die Verschiebung der abschliessenden Bewilligungskompetenz für Regulationseingriffe vom Bund zu den Kantonen. Ein gegenseitiges Hochschaukeln durch abschussfreudige Kantonsregierungen wäre zu befürchten. Damit könnte der Bund seinem verfassungsmässigen Artenschutzauftrag nicht mehr nachkommen.

Die Umweltverbände lehnen die Revision des Jagdgesetzes in dieser naturfeindlichen, auf Abschüsse fokussierten Form deshalb ab. Sie erwarten von Bundesrat und Parlament eine deutlich naturfreundlichere, fachlich fundiertere Vorlage, die einer modernen Gesellschaft angemessen ist.

Webseite: www.birdlife.ch

>>mehr

Es fehlen Kleinstrukturen

In der Rationalisierungswut der Nachkriegszeit wurden auf Schweizer Äckern vermeintlich störende Elemente im grossen Stil ausradiert. Heute gibt der Bund den Kleinstrukturen wie Steinmauern, Asthaufen, Tümpeln wieder mehr Raum. Die Landwirtschaftspolitik des Bundes ist jedoch noch widersprüchlich. Denn wenn beispielsweise ein Acker auf mehr als einem Prozent der Fläche Kleinstrukturen aufweist, werden für den "überschüssigen" Anteil die lukrativen Produktionsbeiträge gestrichen. Anders gesagt: Die eine Hand fördert Biodiversität, die andere vernichtet sie. Die aktuelle Ausgabe des Pro Natura Magazins widmet sich belebenden und belebten Teilen unserer Land(wirt)schaft, die für die Biodiversität von enormer Bedeutung sind.

Weitere Themen im Pro Natura Magazin 1/17:
Eine Handvoll Konzerne diktiert unseren Speisezettel
Der Grossteil des Saatguts, aus welchem in der Schweiz unser Essen kultiviert wird, stammt aus dem Ausland - selbst im Biomarkt. Statt standortgerechten Pflanzen werden Allerweltssorten angebaut. Darunter leidet die Biodiversität, und Bäuerinnen und Bauern sowie Konsumentinnen und Konsumenten werden abhängiger von Weltkonzernen. Der Bund hätte mit einer Züchtungsstrategie Alternativen entwickeln sollen, doch er geht nur halbherzig vor und lässt die Biozüchter aussen vor.
Es geschieht am helllichten Tag
Illegales Bauen ausserhalb der Bauzone wird in der Schweiz oft toleriert, wenn nicht gar belohnt und von den Behörden gefördert. Ein altbekannter Fall in den Freiburger Alpen bildet besten Anschauungsunterricht für eine Salamitaktik am rechtlichen Limit.
Das Schwerpunkt-Dossier dieser und früherer Pro Natura Magazin Ausgaben können Sie auch online lesen: www.pronatura.ch/magazin

Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre und alles Gute im Neuen Jahr. Gerne stehen wir Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung.

Webseite: www.pronatura.ch

>>mehr

UN-Konferenz sendet neue Impulse

Die 195 Mitgliedstaaten der weltweiten Biodiversitätskonvention (CBD) haben wichtige Beschlüsse gefasst, um den Verlust der biologischen Vielfalt zu bremsen. Damit sollen die 20 Ziele des strategischen Plans zum Schutz der Biodiversität bis 2020 doch noch erreicht werden. Ohne deutlich verstärkte Anstrengungen würden nur zwei der 20 Ziele erfüllt werden. Heute endet die UNO-Biodiversitätskonferenz von Cancun mit über 6000 Teilnehmenden.

Folgende Beschlüsse wurden gefasst und werden von Pro Natura, BirdLife Schweiz, Public Eye und WWF Schweiz begrüsst:

- Der Strategische Plan zum Schutz der Biodiversität 2020 muss deutlich schneller und engagierter umgesetzt werden. Die 20 Ziele des Plans müssen in politisch verbindlichen nationalen Aktionspläne zum Schutz der Biodiversität übersetzt werden. Dies auch in der Schweiz, wo der Aktionsplan zur Umsetzung der Biodiversitätsstrategie immer noch nicht verabschiedet wurde.

- Land- und Forstwirtschaft müssen nachhaltig erfolgen und den Belangen der Biodiversität Rechnung tragen. Schädliche Subventionen müssen abgebaut, Dünger und Pestizide so wenig wie möglich benutzt, und agroökologische Ansätze verfolgt werden. Handlungsbedarf besteht wie der Bericht des Bundesrates von letzter Woche gezeigt hat, auch in der Schweiz. Der Vorstoss der EU und Brasiliens, vor dem Hintergrund der wachsenden Weltbevölkerung eine „Nachhaltige Intensivierung“ der Landwirtschaft zu fördern, wurde an der Konferenz erfolgreich abgewehrt.

- Es wurde eine „Koalition der Willigen“ gegründet, um dem durch Verringerung des Blütenangebots und Pestizide erzeugten Rückgang von Bienen und anderen Bestäubern zu begegnen. Auf Initiative der Niederlande haben 11 europäische Länder beschlossen, nationale Aktionspläne zu diesem Zweck zu entwickeln. Die Schweiz ist bei dieser Koalition leider nicht dabei.

- Es wurde ein Plan entwickelt, wie die Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll reduziert und vermieden werden kann.

- Die Konferenz machte einen ersten Schritt um grosse Schlupflöcher im System für eine gerechte Aufteilung des Gewinns aus der Nutzung genetischer Ressourcen (Nagoya Protokoll) zu stopfen. Diejenigen welche mit genetischen Ressourcen einen Gewinn erzielen, müssen etwas an die Ursprungsländer zurückgeben. Umstritten ist, ob dies auch für die betreffenden genetischen Informationen gilt. Bis zur nächsten Konferenz sollen nun mit Hilfe einer Studie und einer Expertengruppe die Auswirkungen der Nutzung genetischer Datenbanken untersucht werden.

Bild: © WWF Schweiz

Webseite: www.wwf.ch

>>mehr

Rettung der EU-Naturschutzgesetze

Die Europäische Kommission hat heute bestätigt, dass die Flaggschiff-Naturschutzgesetze der EU – die Vogelschutz- und Habitatrichtlinien – bestehen bleiben und weder umgeschrieben noch geschwächt werden. Damit sind zwei Jahre der Ungewissheit über die Zukunft der Gesetze beendet. Nun braucht es einen Plan zur besseren Umsetzung und Durchsetzung der wichtigen Gesetze.

Eine halbe Million Menschen hatte die Europäische Kommission im Rahmen der europaweiten #NatureAlert-Kampagne aufgefordert, die Vogelschutz- und Habitatrichtlinien zu erhalten und durchzusetzen. Dies, nachdem die EU die Gesetze auf den Prüfstand gesetzt hatte und damit drohte, sie abzuschaffen oder abzuändern. Doch nun ist klar: Die wichtigen Gesetze bleiben bestehen und werden nicht abgeändert. Dies ist eine grossartige Nachricht für alle, die sich während den letzten zwei Jahren für den Naturschutz in Europa eingesetzt haben.

Die EU-Naturschutzgesetze sind für den Naturschutz in Europa grundlegend und schützen mehr als 1400 bedrohte Arten und eine Million Quadratkilometer natürlicher Lebensräume, die unter ihren Schutz fallen. Sie wurden von der Öffentlichkeit, von Wissenschaftlern, von Unternehmen, dem Europäischen Parlament und nationalen Regierungen heftig verteidigt.

BirdLife Europe und weitere Naturschutzorganisationen begrüssen den Entscheid und betonen, dass die harte Arbeit noch ansteht, um den Entscheid zu einem echten Sieg für die Natur zu machen. Dazu braucht es gute Vorschläge zur Umsetzung und Durchsetzung der Gesetze.

Ariel Brunner, Senior Head of Policy bei BirdLife Europe, betont: "Der Entscheid der Kommission, unsere Naturgesetze zu retten, zeigt, dass die Stimmen von über einer halben Million Einwohnern laut und deutlich gehört wurden. Die Natur ist ein Schlüsselwert unserer Gesellschaft und notwendig für unser Überleben. Heute ist auch ein Sieg für die Idee der europäischen Zusammenarbeit, da die Natur keine Grenzen kennt. "

Andreas Baumueller, Leiter des Bereichs „Natural Resource“s beim WWF European Policy Office, ergänzt: "Die EU-Kommission muss nun ein neues Kapitel eröffnen und einen starken Aktionsplan aufstellen, um die unzureichende Umsetzung der Gesetze anzugehen. Das beste Gesetz lohnt sich nicht, wenn es nicht ausreichend umgesetzt ist."

Webseite: www.birdlife.ch

>>mehr

Kampagne über den traurigsten Bären

Erfolgreiche VIER PFOTEN Kampagne zur Rettung der traurigsten Bären Europas
Umweltministerium konfiszierte 16 illegal gehaltene albanische Bären in 2016

Zürich/Albanien, 19. Dezember 2016 - Nachdem die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN im August 2016 eine Kampagne gegen die grausame und illegale Haltung von Bären in Albanien gestartet hatte, kann sie nun zum Jahresende positive Bilanz ziehen: Das albanische Umweltministerium konfiszierte in diesem Jahr insgesamt 16 notleidende Bären.

Sechs der konfiszierten Bären konnte VIER PFOTEN im Anschluss aus ihren furchtbaren Lebensbedingungen befreien und in Sicherheit bringen. Zehn weitere Bären fanden in Bärenschutzzentren in Deutschland, Griechenland und Italien ein artgemässes Zuhause. "Die hohe Zahl der in diesem Jahr geretteten Bären zeigt, dass das albanische Umweltministerium nun tatkräftig zum Schutz der Bären agiert", sagt Julie Stillhart, Länderchefin von VIER PFOTEN Schweiz. "Wir sind daher zuversichtlich, dass sich diese positive Entwicklung in 2017 fortsetzen wird, und dass das Umweltministerium sowohl die notwendige Gesetzesänderung auf den Weg bringen, als auch mit dem Bau des angekündigten Bärenschutzzentrums in Albanien beginnen wird. Denn nur so kann das Kapitel der traurigsten Bären Europas bald endgültig geschlossen werden." Durch die diesjährigen Rettungen hat sich die Zahl der in Albanien notleidenden Bären zwar vermindert, doch es vegetieren immer noch geschätzte 40 Tiere verwahrlost in engen, feuchten Käfigen.
Schicksale einzelner Bären erlangten weltweit traurige Bekanntheit
Obwohl Braunbären in freier Wildbahn nach albanischem Gesetz und aufgrund internationaler Vereinbarungen geschützt sind, gibt es in Albanien immer noch illegalen Handel mit Bären. VIER PFOTEN hatte Anfang des Jahres monatelang recherchiert und etliche grausame Fälle von Bärenhaltungen dokumentiert und veröffentlicht. Über die Schicksale einzelner Bären wie Bier-Bär Tomi, Selfie-Bärin Jeta und Ketten-Bär Pashuk wurde in den Medien und auf Social Media-Kanälen weltweit berichtet. Sie erlangten dadurch traurige Bekanntheit. Mehr als eine Viertel Million Unterstützer unterschrieben bisher die von VIER PFOTEN gestartete Online-Petition (www.savethesaddestbears.com), die den albanischen Umweltminister Lefter Koka darin bestärken soll, ein generelles Verbot der grausamen Bärenhaltung zu erlassen.
Den von VIER PFOTEN geretteten Bären geht es gut
Bier-Bär Tomi, Bier-Bärin Gjina und Ketten-Bär Pashuk, die VIER PFOTEN Ende September in den von VIER PFOTEN geführten BÄRENWALD Prishtina (http://www.vier-pfoten.ch/de/projekte/baeren/baerenwald-prishtina/) im Kosovo überführte, entwickeln sich prächtig in ihren Eingewöhnungsgehegen. Alle haben deutlich an Gewicht zugelegt, ein schönes, dichtes Fell bekommen, und ihre körperlichen Wunden sind verheilt. Auch Selfie-Bärin Jeta und Vergnügungspark-Bärin Luna, die VIER PFOTEN in Kooperation mit dem albanischen Umweltministerium vergangenen November aus ihrem Elend befreien und vorübergehend in den Zoo von Tirana bringen konnten, dürfen bald ihr endgültiges Zuhause im BÄRENWALD Prishtina beziehen. Im Frühjahr 2017, sobald alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, wird VIER PFOTEN die beiden Bärinnen dorthin bringen. Vergangene Woche überführte ein internationales VIER PFOTEN-Team gemeinsam mit dem albanischen Veterinärinspektorat einen weiteres Tier, den etwa anderthalb Jahre jungen Bären Riku, aus der Region Skrapar in den Zoo Tirana. Riku wurde von seinem ehemaligen Besitzer als Haustier gehalten. VIER PFOTEN sucht derzeit nach einer endgültigen schönen und bärengerechten Bleibe für Riku.
Auch im kommenden Jahr wird VIER PFOTEN in Albanien aktiv sein. "Wir werden das albanische Umweltministerium dabei unterstützen, das bereits angekündigte staatliche Bärenschutzzentrum im Mount Nationalpark Mali Dajti zu errichten und es ausserdem darin bestärken, bereits geltende Vorgaben zum Schutz der Tiere besser durchzusetzen sowie die Strafen für Gesetzesverstösse deutlich zu erhöhen", so Stillhart.

Bilder: Copyright für alle Materialien: © VIER PFOTEN
Mit Ausname des Fotos "VIER PFOTEN_2016-11-30_007", hier lautet das Copyright © Solange Santarelli

Webseite: www.vier-pfoten.ch

>>mehr

Kaukasus-Leopard auf dem Vormarsch

Der Kaukasus-Leopard ist eine der seltensten Grosskatzen der Welt. Umso mehr ist der WWF erfreut, dass ihm mit Kamerafallen der Nachweis einer ganzen Kinderschar gelang.
Der Nachwuchs stimmt hoffnungsvoll, dass die Grosskatzen zukünftig im Kaukasus eine Chance haben.


Mit geschätzten 40 bis 60 Individuen steht das Überleben der Leoparden im Kaukasus seit Jahren auf der Kippe. Ein unerwarteter Kindersegen lässt den WWF nun jubeln: In Aserbaidschan tappten gleich fünf Jungtiere in WWF-Kamerafallen. Die Sichtungen erfolgten im Sangesur-Gebirge in der Autonomen Republik Nachitschewan sowie im Talysch-Gebirge am Kaspischen Meer. Die grosse Kinderschar lässt hoffen, dass die Leoparden auch zukünftig eine Chance im Kaukasus haben. “

Noch vor wenigen Jahren war die Situation der Kaukasus-Leoparden in diesen beiden Schlüsselgebieten unklar. Zwar hielten Kameras des WWF immer mal wieder ausgewachsene Tiere fest, es fehlte jedoch der Nachweis von Jungtieren. Erst mit den aktuellen Bildern ist klar, dass die Region ausreichend Nahrung und Schutz bietet. Zeit für Entwarnung ist aber noch nicht – der Kaukasus-Leopard bleibt weiterhin eine der seltensten Tierarten. Entscheidend für seine Bestände ist die Entwicklung seiner Beutetiere (z.B. Steinbock, Rehwild und Wildschein) und die Vernetzung geeigneter Lebensräume.

Einst weit verbreitet
Der Kaukasus-Leopard, auch Persischer Leopard genannt, bevölkerte einst weite Teile der Kaukasus-Region bis in den europäischen Teil hinein. Doch Wilderei und die Zerstörung seines Lebensraumes brachten ihn an den Rand der Ausrottung. Verschiedene Schutzbemühungen leiteten jedoch einen Wandel ein. Der WWF arbeitet seit über 20 Jahren im Kaukasus und seit 2001 in beiden Leoparden-Schlüsselgebieten. Rund 150’000 Hektar Lebensraum der Grosskatzen konnten seitdem unter Schutz gestellt und die Wilderei eingedämmt werden. Daneben engagieren sich der WWF für eine bessere Ausrüstung und Ausbildung von Wildhütern, die Einbindung der Bevölkerung in die Schutzmassnahmen sowie in der Umweltbildung.

Bild: © WWF Caucasus Programme Office

Webseite: www.wwf.ch

>>mehr

Bettdecken voller Tierleid

In der Schweiz erhältliche Bettwaren können immer noch Daunen aus Lebendrupf oder Stopfmast enthalten

Weltweit werden jährlich rund 40 Millionen Enten und Gänse für die Produktion der als Delikatesse bekannten Foie gras (französisch für "Fettleber") gestopft. Der Grossteil ihrer Daunen und Federn landet in der Bettwarenindustrie. Auch viele Bettwarenhersteller, die ihre Produkte unter anderem in der Schweiz vertreiben, können nicht vollständig ausschliessen, dass ihre Bettwaren Daunen aus tierquälerischer Stopfmast oder Lebendrupf enthalten. Dies, weil sie aus Tierschutzsicht bislang nur ungenügende Kontrollen durchführen. Unter anderem haben grosse Schweizer Bettwarenanbieter wie COOP City, Globus, Interio, JYSK, Manor, Matratzen Concord, Micasa, Möbel Pfister und Top Tip Daunenprodukte von solchen Herstellern bezogen.

Viele Bettwarenhersteller und Bettwarenanbieter können zurzeit Daunen von grausam gestopften oder lebend gerupften Enten oder Gänsen in ihrem Sortiment nicht vollständig ausschliessen. VIER PFOTEN hat die Unternehmensrichtlinien der Firmen bezüglich Tierschutz unter die Lupe genommen und jede Firma um Stellungnahme gebeten. Das Problem für Schweizer Konsumenten: Bettwaren-Produkte von Herstellern, die Daunen aus der Stopfmastproduktion oder Lebendrupf nicht vollständig ausschliessen können, werden derzeit auch von Bettwarenanbietern wie COOP City, Globus, Interio, JYSK, Manor, Matratzen Concord, Micasa, Möbel Pfister und Top Tip im ganzen Land vertrieben.
Kampagne "40 Lives" gegen Tierleid in Bettwaren
VIER PFOTEN hat daher Ende November die Kampagne "40 Lives" gegen Tierleid in Bettwaren gestartet. Die Tierschutzorganisation stellt dabei, stellvertretend für alle in der Bettwarenindustrie leidenden Gänse und Enten, 40 Vögel, deren Daunen in einer Bettdecke verarbeitet wurden, ins Rampenlicht. Im Rahmen der Kampagne fordert VIER PFOTEN Bettwarenhersteller und -anbieter auf, ab sofort Verantwortung für die Tiere in ihren Lieferketten zu übernehmen und durch strenge Standards, die seriöse Kontrollsysteme enthalten, Daunen aus Stopfmast oder Lebendrupf in ihren Produkten garantiert auszuschliessen.
Kampagnenarbeit zeigt sofortige Wirkung
Viele von VIER PFOTEN zu einer Stellungnahme aufgeforderte Bettwarenhersteller und -anbieter haben bereits reagiert und zu den Rechercheergebnissen der Tierschutzorganisation Stellung genommen. Die Stellungsnahmen der Schweizer Bettwarenanbieter lassen generell folgenden Schluss zu: "Viele Bettwarenanbieter scheinen sich sicher zu sein, dass sie keine Daunen aus Lebendrupf oder Stopfmast verkaufen", sagt Lucia Oeschger, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN Schweiz. "Sie werben mit Standards und Gütesiegeln, die belegen sollen, dass die Lieferkette sauber ist, doch diese Standards und Gütesiegel sind aus Tierschutzsicht meistens unzureichend und schliessen Stopfmast und Lebendrupf aufgrund fehlender oder lascher Audits entlang der gesamten Lieferkette nicht vollständig aus.
Daher müssten diese Firmen ihre Lieferanten in Bezug auf Tierschutzstandards strenger überwachen. "Erfreulich für VIER PFOTEN: Einige Bettwarenanbieter und Hersteller (wie Billerbeck, Häussling, Möbel Pfister und auch Micasa) haben VIER PFOTEN gegenüber bereits angekündigt, in Zukunft strengere Richtlinien und/oder Kontrollen in Bezug auf den Ausschluss von Stopfmast und/oder Lebendrupf implementieren zu wollen. Wir hoffen, dass sie sich für die strengsten Massnahmen entscheiden und nicht nur versuchen, die Konsumenten über magere Zusagen zu beruhigen. Zudem hoffen wir, dass sich auch weitere Bettwarenanbieter und Hersteller zu stärkerer Rückverfolgbarkeit bekennen."
Gerupft und gestopft wird auch heute noch
Auch wenn viele Hersteller behaupten, dass Daunen nicht von gequälten Tieren stammen, beweist aktuelles Videomaterial aus mehreren europäischen und chinesischen Farmen, in dessen Besitz VIER PFOTEN ist, das Gegenteil: Es ist immer noch gang und gäbe, mit brutalen Prozeduren Daunen und Stopfleber zu gewinnen (siehe Download Link): Vögel werden an ihren Hälsen durch Ställe gezerrt, gefesselt und gerupft, frisch gestopfte Tiere kauern nach Luft ringend in ihren Käfigen.
"Das ist nicht nur ein richtiger Tierschutz-Skandal, sondern auch ein Schlag ins Gesicht für die Konsumenten", sagt Lucia Oeschger. "Konsumenten haben ein Recht darauf zu erfahren, welches Produkt sie kaufen. In einer Daunen-Bettdecke stecken die Daunen von ca 40, in einem Kissen die von 15 Gänsen und Enten. Wer es aus ethischen Gründen ablehnt, Leber aus Stopfmast zu verzehren, möchte mit ziemlicher Sicherheit auch keine Daunen von grausam gestopften oder gerupften Tieren in seinem Kissen und seiner Bettdecke haben." Die VIER PFOTEN Schweiz Kampagnenleiterin geht davon aus, dass in allen Bettwaren-Produkten, deren Hersteller keine seriösen Kontrollen der Lieferanten durchführen, Tierleid in Form von Stopfmast und Lebendrupf stecken kann. Die Recherchen von VIER PFOTEN zeigen ausserdem, dass neben den Schweizer auch deutsche, englische und österreichische Bettwarenhersteller Daunen aus der Stopfmastproduktion oder Lebendrupf nicht glaubhaft ausschliessen können.
Problematik Stopfmast
Die Stopfmast ist eine extrem grausame Methode zur Herstellung der als Delikatesse bekannten Foie gras (französisch für "Fettleber"). Diese Praktik ist in der Schweiz und in zahlreichen anderen europäischen Ländern aus Tierschutzgründen verboten. Dabei wird Gänsen und Enten ein Rohr in die Speiseröhre eingeführt, um grosse Mengen Futterbrei über ein Druckluftsystem in den Magen zu pumpen. Mit der Zeit verfettet die Leber und vergrössert sich dabei um bis das Zehnfache. Am Ende der Mast ist die Leber der Vögel so gross, dass die Tiere kaum mehr atmen oder sich bewegen können. Zusätzlich werden viele der Gänse vor der Stopfmast bei lebendigem Leib gerupft, um ihre Daunen zu gewinnen. Während des Rupfens werden viele Tiere verletzt, und die Wunden werden meist ohne Betäubung genäht.
Hersteller von Outdoorbekleidung als Vorbild
Beispiele aus der Outdoorbekleidungsindustrie zeigen, dass dies durchaus machbar ist: Die Unternehmen "The North Face" und "Patagonia" hatten 2014 nach einer VIER PFOTEN Kampagne angekündigt, keine Daunen von Gänsen und Enten aus Stopfmast oder Lebendrupf mehr verarbeiten zu wollen. Beide Unternehmen entwickelten daraufhin eigene strenge Standards, die Transparenz und Rückverfolgbarkeit in der Daunen-Lieferkette gewährleisten und Stopfmast sowie Lebendrupf ausschliessen (Responsible Down Standard und Traceable Down Standard). Diese Standards stehen der gesamten Industrie zur Verfügung und werden derzeit von einigen Outdoor-, Mode- und Sportmarken implementiert.

Bild: Stopfmast von Gänsen, China 2016 © VIER PFOTEN

Webseite: www.vier-pfoten.ch

>>mehr

Online-Handel mit Haustieren

VIER PFOTEN Kampagne gegen betrügerischen Online-Handel mit Haustieren gewinnt über 100.000 Unterstützer
Tierschützer bei Recherche von Welpenhändler in Belgien attackiert

Zonhoven/Belgien, 01.12.2016 - Die diesen Sommer von VIER PFOTEN gestartete Kampagne "Tatort Internet" für strengere Regulierungen des Tierhandels auf Kleinanzeigen-Plattformen feierte vor einigen Tagen einen Meilenstein: Mehr als 100.000 Tierfreunde unterstützen bereits die Initiative mit ihren Unterschriften. Parallel zur laufenden Kampagne recherchierte VIER PFOTEN, um Missstände auf europäischen Vermehrerstationen aufzudecken. Während einer der Recherchen wurden Mitglieder von VIER PFOTEN von einem Welpenhändler in Belgien attackiert. Das Land ist ein wichtiger Umschlagplatz auf der Route von Ost- nach Westeuropa.


Der Dealer rastete aus, nachdem die Tierschützer kranke und im Sterben liegende Hunde auf seiner Farm entdeckt und ihn gebeten hatten, den Tieren zu helfen. Der Dealer, der ausserdem eine bekannte belgische Website, auf der Tiere online zum Verkauf angeboten werden, betreibt, beschimpfte die Tierschützer und verwies sie seines Grundstücks. Dabei beschädigte er Aufnahme-Equipment im Wert von 10.000 Euro und verletzte eines der anwesenden Teammitglieder. Die Situation beruhigte sich erst, als die Polizei intervenierte. Die Tierschützer erwägen, rechtlich gegen den Dealer vorzugehen.

Welpenhandel ist ein blühendes brutales Geschäft.

Dieser Vorfall beweist aufs Neue, dass Welpenhandel ein blühendes hochkriminelles und brutales Geschäft ist. Obwohl es aufgrund mangelnder statistischer Daten schwer ist, exakte Zahlen zu bekommen, ist bekannt, dass der illegale Handel mit Tieren und Tierprodukten äusserst lukrativ ist.
Lucia Oeschger, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN Schweiz: "Der illegale Handel mit Haustieren ist in den letzten zehn Jahren drastisch angestiegen und durch den Internethandel und die dort vertretenen Kleinanzeigenseiten weiter gewachsen. Diese Entwicklung verursacht das Leiden von tausenden Tieren, die unter furchtbaren Bedingungen gehalten und online wie Konsumgüter mit einem Klick erworben werden können."
Auf Vermehrerstationen in Osteuropa fristen die Muttertiere ihr gesamtes Leben unter furchtbaren Bedingungen und werden als Gebärmaschinen missbraucht. Sie werden in dunklen Hütten, Kellern oder Nebengebäuden in winzigen Verschlägen gehalten und bekommen ungeeignetes Futter. Die Produktionskosten werden bewusst niedrig gehalten, um den Profit der Züchter zu maximieren. Die Welpen werden ihren Müttern sehr früh entrissen, oft sind sie gerade einmal vier Wochen alt. Die frühe Trennung macht sie anfällig für Verhaltensstörungen und gesundheitliche Probleme. Danach werden die Welpen hunderte Meilen quer durch Europa transportiert, für gewöhnlich sind ihre Impfpässe und TRACES- (TRAde Control and Expert System) Dokumente gefälscht. Im Internet werden diese Tiere dann häufig als einheimische Welpen aus Privataufzuchten angeboten, die einen liebevollen Platz suchen.

VIER PFOTEN Kampagne "Tatort Internet"

Um den illegalen Tierhandel zu beenden, hat VIER PFOTEN die Kampagne "Tatort Internet" gestartet, die Kleinanzeigen-Plattformen dazu aufruft, Tierschutzmassnahmen zu implementieren. Basierend auf einem von VIER PFOTEN entwickelten Massnahmenkatalog werden bekannte Plattformen in einem Ranking angezeigt, das widerspiegelt, welche Massnahmen zum Schutz der auf ihren Seiten angebotenen Tiere sie bereits umgesetzt haben. Jeder Einzelne kann helfen, diese Initiative zu unterstützen, indem er sich den bereits über 100.000 Unterstützern anschliesst und die Petition unterschreibt: http://www.petdeception.org/.
Lucia Oeschger: "An den hohen Unterstützerzahlen können wir ablesen, dass der illegale Handel mit Welpen und anderen Tieren auch in der Öffentlichkeit Besorgnis erregt. Wir fordern auch die grossen Schweizer Online-Plattformen auf, eine Vorbildfunktion zu übernehmen und umfassende Sicherheitsmassnahmen für die auf ihren Seiten gehandelten Tiere zu übernehmen. Besonders wichtig für den Tierschutz im Internet ist eine verpflichtende Verkäuferverifizierung oder die Verankerung von Tierschutz-spezifischen Paragraphen in den Nutzungsbedingungen der Plattformen. Wir rufen Kleinanzeigen-Plattformen dazu auf, alle von VIER PFOTEN empfohlenen Massnahmen zu implementieren und hoffen, dass noch viele unsere Petition unterschreiben."
Die internationale Kampagne "Tatort Internet" läuft in mehreren Ländern, darunter Australien, Österreich, Belgien, Bulgarien, Deutschland, die Niederlande, Rumänien, die Schweiz und UK.

Webseite: www.vier-pfoten.ch

>>mehr

Spanien versagt beim Schutz des Unesco

Spanien versagt beim Schutz des Unesco-Weltnaturerbes Coto de Doñana.

Der spanische Nationalpark Coto de Doñana ist bedroht und wird voraussichtlich als erstes europäisches Weltnaturerbe auf die Liste der "Unesco-Welterben in Gefahr" gesetzt werden. Spaniens Regierung hat es bis heute nicht geschafft, das einzigartige Feuchtgebiet und die Flussmündung vor schädlichen industriellen Aktivitäten zu schützen. Der WWF wird sich weiter für den Schutz des Naturgebietes einsetzen.

Bis heute hätte die spanische Regierung Zeit gehabt, Massnahmen zum Schutz des Nationalparks Coto de Doñana vorzuschlagen. Ansonsten müsste das im südlichen Spanien gelegene Feuchtgebiet als erstes Unesco-Weltnaturerbe in Europa auf die Liste der "Welterben in Gefahr" gesetzt werden. Die spanische Regierung hat leider nichts gegen die zerstörerischen Ausbagger-Pläne am Guadalquivir Fluss, dem Herzstück der Doñana, unternommen. Das Unesco-Komitee drängte die Regierung dazu, dieses schädliche Projekt zu stornieren und auch in Zukunft keine weiteren Pläne zur Vertiefung des Flussbettes zu verfolgen.

Zeit ist abgelaufen
"Zulange haben die spanischen Behörden wissenschaftliche Fakten ignoriert und internationale Verpflichtungen sowie Beschlüsse der Unesco missachtet", sagt Juan Carlos del Olmo, CEO des WWF Spanien. "Nun ist die Zeit abgelaufen. Das Unesco-Komitee würde die Coto de Doñana zu recht auf die Liste der "Welterben in Gefahr" setzen."

Feuchtgebiet fast ausgetrocknet
Das Feuchtgebiet Doñana in Andalusien gilt als wichtiger Lebensraum für über sechs Millionen Zugvögel und den stark gefährdeten Iberischen Luchs. Wegen industriellen Aktivitäten ist der Wasserzufluss ins Feuchtgebiet auf unter 20 Prozent gesunken. Dadurch büsste das Feuchtgebiet seit Beginn des 20. Jahrhunderts rund 80 Prozent seiner Fläche ein. Der WWF vermutet, dass über 1000 illegale Brunnen, 1700 Bewässerungsteiche und 3000 Hektar illegal bebauter Landwirtschaftsfläche das wertvolle Feuchtgebiet austrocknen. Der WWF ist ausserdem über die Pläne einer mexikanischen Firma alarmiert, die eine naheliegende Mine wiedereröffnen will. Bereits 1998 löste dies eine Umweltkatastrophe aus, die 30'000 Kilogramm Fische zerstörte und 380 Millionen Euro für Aufräumarbeiten verursachte. Laut Unesco sind Bergbau, Ölförderung und Gasbohrungen mit dem Weltnaturerbe-Status nicht kompatibel.

Webseite: www.wwf.ch

>>mehr

Deutliches Ja zum Arosa Bärenland

Deutliches Ja zum Arosa Bärenland
78% der Stimmberechtigten sprechen sich für erfolgversprechendes Projekt aus Zürich/Arosa, 28. November 2016 - Die Stimmbürger von Arosa haben dem geplanten Arosa Bärenland mit deutlichen 78% zugestimmt. Die für die Realisierung des Projekts notwendige Umzonung kann nun vorgenommen werden. Die Freude über das Abstimmungsergebnis ist bei VIER PFOTEN und der Projektleitung riesengross.


"Wir möchten der Bevölkerung von Arosa für das Vertrauen danken. Unser Wunsch, fünf durch unsere Organisation geretteten Bären im Sommer 2018 ein neues Zuhause in der herrlichen Natur von Arosa zu geben, geht bald in Erfüllung", so Julie Stillhart, Länderchefin von VIER PFOTEN Schweiz. Auch auf der Projektleitungs-Ebene ist grosse Freude und Erleichterung über das Ergebnis spürbar. So bedankt sich Pascal Jenny, Co-Projektleiter und Kurdirektor von Arosa, bei allen Unterstützern, die sich in den vergangenen Wochen für das Arosa Bärenland eingesetzt haben. "Genial, dass wir mit dem Support der Bevölkerung diesen Leuchtturm in der Ferienregion Arosa Lenzerheide umsetzen dürfen."

Wie geht es weiter?
Jetzt, da der Weg für das erfolgversprechende Projekt geebnet ist, hat die Ausarbeitung der Baueingabe für die Gehege, die technischen Gebäude und die Besuchereinrichtungen höchste Priorität. Gleichzeitig erfolgt die Gründung der Stiftung "Arosa Bärenland". VIER PFOTEN betreibt in Europa bereits fünf Bärenschutzzentren. Der Bau der Anlage in Arosa wird nach denselben strengen Kriterien entstehen.
Dabei sind grosszügige Platzverhältnisse, Sterilisationspflicht bei den Tieren und ein generelles Verbot des Züchtens von Jungbären massgeblich. "Dass wir Bären aus schlechter Haltung nun endlich auch in die Schweiz bringen und rehabilitieren können, ist für uns ein riesiger Erfolg. Unsere Bärenschutzzenter in Osteuropa, Österreich und Deutschland haben ihre maximale Kapazität erreicht und es gibt in Europa noch viele Bären, die auf unsere Hilfe angewiesen sind", so Stillhart.

Bären wie Tomi könnten künftig im Arosa Bärenland leben.
Bier-Bär Tomi lebte bis vor kurzem neben den Toiletten eines Restaurants in Albanien. Er wurde in einem winzigen Betonkäfig gehalten und zeigte starke Verhaltensstörungen. Er ging in seinem Käfig ununterbrochen auf und ab und biss sich selber. Er konnte sich weder ausreichend bewegen, noch nach Futter suchen, graben oder baden. Zu allem Übel erhielt der Bär Bier statt Wasser zu trinken. VIER PFOTEN transferierte Tomi im September dieses Jahres schliesslich in den BÄRENWALD Prishtina im Kosovo. Dort kann er nun endlich wieder ein Bärenleben führen. Bären mit solch einem Schicksal könnten künftig im Arosa Bärenland ein neues Zuhause finden.

Webseite: www.vier-pfoten.ch

>>mehr

Die Energiestrategie als Lösung

Heute wurde die Atomausstiegsinitiative abgelehnt, nicht aber Energiewende und Atomausstieg: Beides ist in der Energiestrategie 2050 enthalten. Sie wird gestützt durch eine breite Koalition von Bundesrat, Parlament, Parteien und Natur- sowie Landschaftsschützern. Die Energiestrategie 2050 verschafft der Schweiz gegenüber dem Szenario "Weiter wie bisher" gewichtige Fortschritte und muss nun durchgezogen werden.

Thomas Vellacott, CEO WWF Schweiz, äussert sich zum Abstimmungsresultat:

"Die Gegner der Initiative haben es selber gesagt: Mit der Energiestrategie 2050 ist der Atomausstieg bereits aufgegleist."

"Der Abstimmungskampf gibt der Energiestrategie 2050 Aufwind. Sie ist die Zukunft, sie muss nun durchgezogen werden."

"Die Energiewende läuft bereits. Mit der Energiestrategie 2050 wird die Schweizer Energieversorgung effizienter und einheimischer und fusst stärker auf erneuerbaren statt fossilen oder atomaren Energiequellen. Eine breite Koalition aus Bundesrat, Parlament, Parteien und NGOs steht geschlossen zur Energiestrategie 2050."

"Mit der Energiestrategie 2050 kann mehr Natur, mehr Klimaschutz und gleichzeitig eine bessere, sicherere Energieversorgung realisiert werden."

Webseite: www.wwf.ch

>>mehr

Asiens Infrastruktur-Boom bedroht Tiger

Asiens massive Infrastruktur-Pläne bedrohen den Lebensraum des Tigers und könnten die jüngsten Erfolge im Tigerschutz zunichtemachen. Sollen die Tiger überleben, braucht es jetzt eine nachhaltige Planung für den Infrastrukturausbau in den 13 Tigerstaaten.

Laut der Asiatischen Entwicklungsbank sollen zwischen den Jahren 2012 und 2020 acht Billiarden Dollar in Asien in Infrastruktur-Projekte fliessen. Alleine 11'000 Kilometer Strassennetze und Eisenbahnlinien sind geplant, ergänzt von Plänen für Kanäle, Öl-, Gas- und Stromleitungen. Werden diese Infrastruktur-Projekte realisiert, durchschneiden sie wertvolle Tiger-Habitate und heizen Wilderei und Konflikte mit der Bevölkerung an. Dies zeigt der neuste vom WWF publizierte Report "The Road Ahead: Protecting Tigers from Asia's Infrastructure Development Boom".

Am Tigergipfel in St. Petersburg vor sechs Jahren verpflichteten sich die Regierungen der 13 Tigerstaaten zur Verdoppelung der Tigerbestände bis 2022. "Die globale Zusammenarbeit der Tigerstaaten hat dem Tiger eine Überlebenschance gegeben", sagt Doris Calegari, Verantwortliche Artenschutz beim WWF Schweiz. 2010 lagen die Bestände noch bei 3'200 Tigern. Heute gibt es wieder geschätzte 3'890 Tiger in freier Wildbahn.

Wertvolle Lebensräume erhalten
Infrastrukturbauten sind wichtig für Asiens Entwicklung, doch müssen sie nachhaltig sein. "Die Regierungen müssen bei der Planung der Infrastrukturbauten enger mit der lokalen Bevölkerung zusammenarbeiten und deren Bedürfnisse berücksichtigen. Übergänge für Menschen sowie Wildtierbrücken müssen sorgfältig geplant sein, damit sie auch wirklich etwas nützen. Nur so können wertvolle Lebensräume erhalten werden, in denen Tiger und andere Wildtiere ihren Platz finden", so Calegari. Dafür müssen die Staaten kritische Tigerhabitate und Migrationskorridore identifizieren und Kernzonen frei von Infrastrukturbauten halten. Die gute Nachricht ist, dass es noch nicht zu spät ist und Lösungsansätze bestehen. Doch handeln die Tigerstaaten jetzt nicht professionell, scheitern sie an ihren eigenen Zielen, die Tigerpopulationen weltweit zu erhalten

Gigantische Projekte geplant
Ein Beispiel in der Mekong-Region veranschaulicht die Entwicklung: Zwischen Bangkok und Dawei in Myanmar sind eine zwei- bis vierspurige Autobahn, eine Bahnlinie, Gas-, Öl- und Hochspannungsleitungen mitten durch die Dawna Tenasserim Region geplant. Letztere ist der wichtigste Lebensraum für 200 der noch 250 lebenden Tiger der Mekong-Region. Alleine für die Autobahn sollen 18 Quadratkilometer Wald gerodet werden. Diese physische Barriere wird Menschen und Tiere trennen sowie bisher abgelegene Gebiete für Raubbau und Wilderei von aussen öffnen.

Webseite: www.wwf.ch

>>mehr

Das Klimaabkommen mit Leben füllen

Heute geht die UNO-Klimakonferenz in Marokko zu Ende. Den Geist der zweiwöchigen globalen Veranstaltung hautnah erlebt hat Manuel Graf, Vertreter WWF Schweiz vor Ort. Er schlussfolgert, dass die Verhandlungen positiv verliefen ? die schwere Arbeit stehe aber noch an. Denn das Pariser Klimaabkommen muss nun belebt werden. Und dafür braucht es Transparenz und Regeln.


Alle sprechen davon, dass man im internationalen Klimaschutz nun endlich vorwärts machen müsse. Macht man das?

Der grosse Durchbruch war letztes Jahr in Paris, wo sich erstmals alle Staaten dazu verpflichteten, ihren Beitrag zur Abwendung einer verheerenden Klimakatastrophe zu leisten. Es wurde nichts weniger als der Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas zur Mitte des Jahrhunderts vereinbart. Heute kann kein Staat und keine Branche mehr glaubwürdig behaupten, dass die anderen nichts tun.

Wie verliefen denn Ihrer Meinung nach die Klimaverhandlungen in Marrakesch, die heute abgeschlossen werden?

Grundsätzlich positiv. Der Geist von Paris konnte weitergetragen werden, wenn auch solche Verhandlungen oft recht langsam vorankommen. Es müssen unbedingt Regeln festgelegt werden, die ein Vergleich der Reduktionsbeiträge der Länder ermöglichen und Transparenz schaffen. Nun müssen die Staaten ihre Hausaufgaben machen und neue Massnahmen für den Klimaschutz planen und einführen. Im Jahr 2018 soll dann zusammen beurteilt werden, wo die Welt steht und welche weiteren Schritte es braucht. Denn wir müssen uns nichts vormachen: Statt unter einer Erhitzung von 1.5 °C oder maximal 2°C zu bleiben, befinden wir uns auf einem Pfad zu ca. 3.5°C!

Unterstützen sich die Staaten denn auch in der Zielerreichung?

Die Staaten sollen und müssen zusammenarbeiten und gemeinsam Lösungen suchen. Bei Entwicklungsländern ist es wichtig, dass sie einen klimafreundlichen Entwicklungspfad einschlagen. Hierzu brauchen sie aber Unterstützung in der Form von Wissen, Finanzen und Technologie.

Was bedeuten die Ziele und Beschlüssen des Abkommens für die Schweiz?

Dass wir von Öl und Gas wegkommen müssen - und zwar zügig. Die Weltgemeinschaft hat beschlossen, dass sie in spätestens 50 Jahren netto kein CO2 mehr emittieren will. Für ein Land wie die Schweiz, mit all ihrem Know-How, technologischen und finanziellen Möglichkeiten, bedeutet dies bereits vor 2050 soweit zu sein. Deshalb dürfen wir beispielsweise Ölheizungen und Erdgasanschlüsse mit einer Lebensdauer von 20 bis 40 Jahren nicht mehr in Betrieb nehmen. Je länger wir warten, desto teurer wird es.

Wie ist Ihre Einschätzung, ist die Schweiz auf dem richtigen Weg?

Wenn wir bei dem bleiben, was der Bundesrat gerade zur Revision des CO2-Gesetzes vorgeschlagen hat, dann sicher nicht. Er ist nicht einmal bereit, das Temperaturziel des Pariser Abkommen zu übernehmen, geschweige denn ein ausreichendes Reduktionsziel und ausreichende Massnahmen vorzuschlagen. Die EU und viele andere Staaten wollen ein doppelt so hohes Tempo angehen.

Die Schweiz gehört also nicht zu den Klima-Vorbildern?

Leider ist die Schweiz nicht so gut, wie wir oft denken. Beim Benzinverbrauch der Autos oder dem Anteil besonders klimaschädlicher Ölheizungen gehört die Schweiz zu den Schlechtesten in Europa. Wir müssen das Tempo erhöhen, wir brauchen ein Klimaschutzziel von minus 60 Prozent im Inland bis 2030 gegenüber 1990. Das kann erreicht werden unter anderem über eine erhöhte CO2-Abgabe auf Brennstoffe wie Heizöl und die Fortführung des sehr erfolgreichen und beliebten Gebäudeprogramms.

Es ist doch eklatant, kaum ist das Pariser Klimaabkommen am 4.11 in Kraft getreten, kündigt der designierte Präsident der USA an, dass er nicht an die Klimaerwärmung glaube. Was bedeutet dies für die Welt?

Es gab nach der Wahl von unzähligen Ländern ein öffentliches erneutes Bekenntnis zum Abkommen und zu den internationalen Klimaverhandlungen, unter anderem von China. Der Klimaschutz ist heute an einem ganz anderen Punkt als nur schon vor einigen Jahren.

Inwiefern?
Der Wechsel von fossilen Energien zu nachhaltigen Technologien schreitet voran mit unzähligen Opportunitäten: Unternehmen erkennen die Chance, wie sie damit Geld verdienen können oder Städte realisieren die Vorteile geringer Luftverschmutzung. Dieser Wandel ist stabil. Und man darf nicht vergessen; die Folgen des Klimawandels mit Dürren, Hitzetoten oder Produktionsverlusten in Landwirtschaft und Industrie werden immer offensichtlicher.

Welche Länder sind in ihren klimapolitischen Massnahmen bzw. Zielsetzungen Vorbilder für die Schweiz?

Das absolute Vorbild gibt es leider noch nicht. Schweden hat aber beispielsweise fast die gesamten Emissionen im Gebäudebereich beseitigt. Und Marokko hat ambitionierte Ausbaupläne für erneuerbare Energien und eröffnete dieses Jahr ein riesiges Solarkraftwerk. Nach Abschluss weiterer Ausbauschritte wird es fast doppelt so viel Strom produzieren wie das Atomkraftwerk Beznau I in der Schweiz.

Webseite: www.wwf.ch

>>mehr

Klima-Länderrating

Die Schweiz hat sich im Klima-Länderrating im Vergleich zum Vorjahr nur minimal verbessert. Gründe dafür sind weiterhin der schleppende Ausbau der erneuerbaren Energien und der Verkehr.




Das jährliche Klima-Länderrating "Climate Change Performance Index (CCPI)" von Germanwatch und Climate Action Network (CAN) Europe vergleicht den CO2-Ausstoss pro Kopf, die Entwicklung der CO2-Emissionen und die Klimapolitik der Staaten. An der UNO-Klimakonferenz in Marrakesch wird heute die jüngste Ausgabe vorgestellt. Die Schweiz positioniert sich auf Rang 14 und hat sich damit nur minim verbessert (Vorjahr: Rang 15). Ein besseres Resultat wurde durch den weiterhin schleppenden Ausbau der erneuerbaren Energien verhindert. Auch die Emissionen des Verkehrs - insbesondere der Luftfahrt - drücken aufs Ranking der Schweiz.

Bei der Bewertung der Energieeffizienz profitiert die Schweiz davon, dass sie viele Güter importiert: Der Energieverbrauch sowie die CO2-Emissionen für die Produktion dieser Güter werden dem Ausland zugerechnet. Relativ erfreulich ist zumindest der Trend im Gebäudebereich, wo die Klimapolitik mit CO2-Lenkungsabgabe und Gebäudeprogramm sichtbar greift. Die Schweiz kann Schritte vorwärts machen, falls die Energiestrategie 2050 in Kraft tritt und die Kantone ihre neuen Mustervorschriften für Gebäude umsetzen. Und das neue CO2-Gesetz der Schweiz, welches der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens dient und derzeit in der Vernehmlassung steckt, muss ein weiterer Schritt sein. Doch im vorgelegten Gesetzesentwurf des Bundesrates werden "weder die Pariser Klimaziele übernommen, geschweige denn sind die für die Zielerreichung nötigen Massnahmen vorgesehen" kommentiert Philip Gehri, Projektleiter Klima und Energie beim WWF Schweiz.

Auf den vordersten Rängen stehen Frankreich, Schweden und Grossbritannien. Diese und weitere EU-Länder haben ihre CO2-Emissionen seit 1990 deutlich stärker gesenkt als die Schweiz. Im Mittelfeld der Auswertung sind viele Schwellenländern zu finden. Sie geben sich teilweise durchaus ambitioniert: Indien und China legen ein atemberaubendes Tempo beim Ausbau der erneuerbaren Energien vor oder Brasilien setzt sich für ein Schwellenland aussergewöhnliche Reduktionsziele. Marokko, diesjähriger Gastgeber der Klimakonferenz, schafft es mit tiefen Emissionen, ehrgeizigen Plänen für Solar- und Windstrom sowie soliden Energiesparzielen gar auf Rang 8, deutlich vor die Schweiz. Treu bleiben sich die Verlierer wie Japan oder Saudia-Arabien. Sie stehen am Schluss des Rankings. Die ersten drei Plätze sind erneut nicht vergeben, weil weltweit kein Land die Ziele des Pariser Klimaabkommens erfüllt.

Webseite: www.wwf.ch

>>mehr

Pestizide im Wasser

Eine Untersuchung des WWF im St. Galler Rheintal zeigt: An 43 Prozent der untersuchten Ackerflächen ist der Sicherheitsabstand für Pestizide und Dünger zu Flüssen und Bächen zu klein. Darunter leiden die bereits übermässig belasteten Schweizer Gewässer. Der WWF fordert eine strikte Einhaltung des geltenden Gewässerschutzgesetzes.

Der WWF hat im Sommer und Herbst 2015 die Sicherheitsabstände (sogenannte Pufferstreifen) von 121 Äckern im St.Galler Rheintal zwischen Au und Sevelen systematisch untersucht. Die Resultate der Untersuchung sind erschütternd: In 43 Prozent der Fälle waren die gesetzlich festgelegten Abstände von Ackerflächen zu den Gewässern zu schmal. 11 Prozent wurden als schwere Verstösse klassiert, 14% als mittlere und 18% als leichte. Gemäss den Richtlinien zur Reduktion von Direktzahlungen müssten für diese Verstösse Bussen in der Höhe von 100'000 Franken verfügt werden. Das Problem gilt bei den Behörden jedoch offensichtlich als verzeihbares Kavaliersdelikt und wird kaum geahndet.

Schweizer Gewässer mit Pestizidcocktails belastet
Durch Pufferstreifen entlang von Gewässern sollten unerwünschte Pestizid- und Düngeeinträge ins Gewässer reduziert werden. "Dieser Schutz ist dringend nötig, denn Studien zeigen, dass schätzungsweise 2/3 der kleinen Gewässer durch Gifte aus der Landwirtschaft stark geschädigt sind" sagt Christopher Bonzi, Leiter Wasserprogramm des WWF Schweiz. In einer breit angelegten Studie der EAWAG wurden letztes Jahr über 100 Pestizide in den Schweizer Gewässern gefunden. In den Proben wurde ein Giftcocktail von im Schnitt rund 40 verschiedenen Pestiziden festgestellt."Der intensive Einsatz von Dünger und Pestiziden in der Landwirtschaft gefährdet die Natur, die Wasserqualität und unser Trinkwasser" so Bonzi weiter.

Die Pufferstreifen dienen aber auch der Tier- und Pflanzenwelt als Lebensraum und Verbreitungskorridor. Durch das Spritzen und Düngen innerhalb dieser Pufferstreifen sind also nicht nur im Wasser lebenden Organismen wie Gewässerinsekten und Fische betroffen. Auch Organismen wie Amphibien oder Laufkäfer, welche sich z.B. von Pestizid-belasteten Gewässerinsekten ernähren, werden durch missbräuchliche Bewirtschaftungsmethoden beeinträchtigt oder getötet.

Strikte Einhaltung gefordert
Weiter bestehen Hinweise, dass auch im Rest der Schweiz die Sicherheitsabstände nicht eingehalten werden. "Bei landwirtschaftlichen Direktzahlungen in der Grössenordnung von 2.8 Milliarden ist eine solche Situation an unseren Gewässern nicht weiter tragbar" sagt Christopher Bonzi. "Die Pestizidfrachten im Wasser sind letztlich auch ein Knieschuss für das Image der Landwirtschaft". Der WWF fordert deshalb eine gewässerfreundlichere Gesetzgebung, die strikte Einhaltung derselben und die kompromisslose Bestrafung fehlbarer Landwirte.

Das fordert der WWF:
1.Die minimale Breite des Gewässerraumes bei kleinen Fliessgewässern muss mindestens 15 Meter betragen (Gewässerschutzverordnung).
2.Gewässerabstände in der Chemikalien Risiko Reduktions-Verordnung werden auf mindestens je 6 Meter festgelegt, bis an allen Oberflächengewässern Gewässerräume ausgewiesen wurden.
3.Gewässerabstände künftig nicht ab der Uferlinie sondern ab Böschungsoberkante messen.
4.Das Direktzahlungssystem ist so auszugestalten, dass in den Gewässerräumen vermehrt Ufergehölze und Hecken gepflanzt werden.

Bild: © WWF Schweiz

Webseite: www.wwf.ch

>>mehr

Herbstzeit ist Igelzeit

VIER PFOTEN warnt vor falsch verstandener Tierliebe

Zürich, 2. November 2016 - Igel sind im Herbst besonders aktiv. Die Tiere suchen Nahrung für den nötigen Winterspeck und einen geeigneten Unterschlupf für den Winterschlaf. Gesunde, kräftige Igel überleben den Winter in der freien Natur ohne Probleme. Wenn sie nicht gestört werden.

Die Tierschutzstiftung VIER PFOTEN warnt dringend davor, Igel aus falsch verstandener Fürsorge der Natur zu entnehmen. Der Igel ist ein besonders geschütztes Wildtier und gehört nur im absoluten Notfall in menschliche Obhut. Ab einem Gewicht von 500 Gramm sind Igel in der Regel ausreichend gewappnet, um im Spätherbst in den Winterschlaf zu gehen. "Schwache, verletzte, kranke oder elternlose Igel, die zum Überleben Unterstützung brauchen, sind häufig daran zu erkennen, dass sie sich am Tag zeigen. Normalerweise sind Igel nachtaktiv", so Lucia Oeschger, Kampagnenleiterin bei VIER PFOTEN Schweiz.

Was tun, wenn man einen hilfsbedürftigen Igel findet?

Findet man einen offensichtlich hilfsbedürftigen Igel, sollte dieser behutsam mit Handschuhen eingefangen und in einem Katzentransportkorb zu der nächstgelegenen Igelstation gebracht werden. Die Pflege erfordert sehr viel Sachverstand, Zeit und Geld und sollte nur einem Experten überlassen werden. In der Schweiz gibt es Igelstationen in verschiedenen Kantonen. Dort kümmern sich Fachleute um das Wohl der Tiere. Wichtig ist, dass die Tiere, bevor sie den Experten übergeben werden, nie, auch nicht übergangsweise, mit ins Haus genommen werden. Die warmen Temperaturen führen zu einem rapiden Anstieg der ungewünschten Parasiten wie Flöhe oder Lungenwürmer.

Wie man Igeln helfen kann

Damit Igel gut in den Winter kommen, fordert VIER PFOTEN Gartenbesitzer zur Mithilfe auf: Die Einrichtung einer Futterstelle in geschützter Lage sowie liegengelassene Laub-, Zweige- oder Komposthaufen bieten den Igeln Schutz vor Wind und Wetter. Zudem sollte unbedingt auf Motorsensen verzichtet werden. Diese sind, nach dem Autoverkehr die häufigste Verletzungs- und Todesursache von Igeln durch Menschenhand. Die Tiere bauen sich gern unter Hecken ihren Unterschlupf und können durch ihre gute Tarnung oft nicht rechtzeitig, vor dem Einsatz der Motorsense, erblickt werden. Auch Mähroboter können für Igel gefährlich werden und sollten daher nach dem späten Nachmittag nicht mehr laufengelassen werden.

Bild: pro Igel

Igelstationen der Schweiz:

Webseite: pro-igel.ch/index.php?id=8
Kontakt: office@vier-pfoten.ch

>>mehr

Bestände von Wirbeltieren im Sinkflug

Der am 27.10.16 veröffentliche Living Planet Report des WWF zeigt: Der Rückgang der Biodiversität hält an. Im Schnitt gingen die Bestände der rund 3700 im Bericht erfassten Wirbeltierarten seit 1970 weltweit um über die Hälfte zurück. Süsswasserfische oder Amphibien gehören mit über 80 Prozent Rückgang zu den grössten Verlierern. Davon ist auch die Schweiz betroffen. Mehr Gewässer müssen dringend revitalisiert und die letzten intakten geschützt werden.

Der neuste Living Planet Report des WWF, der heute weltweit veröffentlicht wird, analysiert 14'152 Wildtierpopulationen von über 3'700 Wirbeltierarten. Das Fazit: Die untersuchten Tierbestände gingen seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1970 bis 2012 im Schnitt um 58 Prozent (durchschnittliche Änderungsrate) zurück. Erstmals wirft der Living Planet Report auch einen Blick in die Zukunft und prognostiziert bis 2020 einen durchschnittlichen Bestandsrückgang von 67 Prozent.

Vom Menschen verursacht
Laut Living Planet Report verschwinden Tiere und Pflanzen in noch nie dagewesenem Tempo. Die grössten Bedrohungen sind vom Menschen verursacht: Verlust und Verschlechterung der Lebensräume, Übernutzung von Arten, Umweltverschmutzung, invasive Arten und Krankheiten und der Klimawandel. "Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sind gefordert, diesen Abwärtstrend zu bremsen und für widerstandsfähige Ökosysteme zu sorgen", sagt Ion Karagounis, Leiter Umweltprogramm beim WWF Schweiz.

Besonders betroffen sind laut Living Planet Report die im Süsswasser lebenden Arten. Ihre Bestände sind zwischen 1970 und 2012 um 81 Prozent zurückgegangen. "Keine anderen Lebensräume wurden derart vom Menschen beeinträchtigt wie die Gewässer", sagt Karagounis. Flussverbauungen, Dämme für die Wasserkraftnutzung, Abwasser aus Industrie und Haushalten oder die landwirtschaftliche Bewässerung bedrohen Seen, Flüsse und Feuchtgebiete.

Auch Schweiz betroffen
Dieser Befund trifft auch auf die Schweiz zu. Gewässer zählen zu den am stärksten bedrohten Lebensräumen - mit besonders rasanter Abnahme der Bestände. 58 Prozent aller Fischarten der Schweiz sind auf der Roten Liste. Acht Arten sind sogar ausgestorben. Stark gefährdet sind beispielsweise die Äsche, die Seeforelle oder der Bitterling. Lachse gibt es in der Schweiz gar nicht mehr.

"Wir sind auf gesunde Gewässer und funktionierende ökologische Kreisläufe angewiesen. Sie sorgen beispielsweise für die hohe Qualität unseres Trinkwassers", so Karagounis. Umso wichtiger ist es, weitere Verbauungen zu verhindern, weniger Pestizide und Düngemittel einzusetzen, vermehrt Gewässer zu revitalisieren und die letzten noch intakten Gewässer wirkungsvoll zu schützen.

Bild: © NASA

Webseite: www.wwf.ch

>>mehr

Paris Abkommen bald in Kraft

Heute stimmt der Europäische Rat formell der Ratifikation des Pariser Klima-Abkommens zu und damit kann es in Kraft treten. Die globale Energiewende läuft mit grosser Dynamik. Die Schweiz hinkt hinterher.

Die Welt hat sich auf gemacht, die Welt zu retten: 195 Staaten haben 2015 in Paris einen Klima-Vertrag abgeschlossen, der in die Geschichte eingehen wird. Doch die Geschwindigkeit, mit welcher einzelne Staaten, vielen voran China und die USA, die Ratifizierung nun beschlossen haben, ist fast noch beachtlicher. Die nötigen 55 Länder mit mindestens 55 % der globalen Treibhausgas-Emissionen sind jetzt offiziell beisammen, damit kann das Abkommen in Kraft treten. Ein Abkommen, welches erstmals alle Staaten zu Klimaschutz verpflichtet und ein wissenschaftlich fundiertes ambitioniertes Ziel vorlegt, nämlich die globale Erderwärmung auf 1.5 bzw. deutlich unter 2 Grad zu beschränken. Das neue CO2-Gesetz der Schweiz dient der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Doch der vorgelegte Gesetzesentwurf wird diesem Anspruch bei weitem nicht gerecht.

Der Bundesrat hat im Entwurf weder die Pariser Klima-Ziele übernommen, geschweige denn die für die Zielerreichung nötigen Massnahmen vorgesehen. So soll die Schweiz ihre Emissionen nach Gesetzesentwurf im kommenden Jahrzehnt bloss um 1% pro Jahr senken. Selbst die USA und die EU haben sich mit 2% doppelt so viel vorgenommen. Notwendig wären im Sinne des Paris-Abkommens 4%. In anderen Zahlen ausgedrückt: Die Inlandemissionen in der Schweiz müssten bis 2030 im Vergleich zu 1990 nicht wie vorgeschlagen um 30 % sondern um 60 % gesenkt werden. Nach Philip Gehri, Projektleiter Klima und Energie beim WWF Schweiz, «lässt der Bundesrat das Pariser Abkommen zu einem guten Vorsatz verkommen, den er getrost ignoriert».

Der WWF Schweiz hat bereits vor Monaten mit der Klima-Allianz einen «Klima-Masterplan Schweiz» vorgelegt. Dieser definiert, welchen Ansprüchen das neue CO2-Gesetz genügen muss und wie sich die Treibhausgas-Emissionen im notwendigen Umfang senken lassen. Denn der WWF Schweiz ist überzeugt: Die Schweiz tut sich keinen Gefallen, wenn sie die Investitionen in eine sichere Zukunft verweigert. Schliesslich profitieren diejenigen Länder am meisten von Klimaschutz und der globalen Energiewende, die selbst entschlossen vorangehen. Es wäre zu wünschen, würde die Schweiz nicht nur jubilieren, wenn sich global was bewegt, sondern das Ruder ebenfalls in die Hand nehmen.

Webseite: www.wwf.ch

>>mehr

Zeit für CITES, Zähne zu zeigen

In Johannesburg startet am 24. September die 17. Artenschutzkonferenz CITES CoP17. Auf die Vertragspartner wartet eine Flut von Anträgen. Unter anderem für das kaum bekannte Pangolin, das zu den am häufigsten illegal gehandelten Tieren zählt.

Am 24. September startet in Südafrika die 17. Vertragsstaatenkonferenz zum Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES CoP17) mit Anträgen unter anderem zu Elefant, Nashorn, Tiger und Hai, aber auch zum Pangolin. Letzteres wird auch Schuppen- oder Tannenzapfentier genannt. "Pangoline sind kaum bekannt, obwohl sie zu den am häufigsten illegal gehandelten Tieren gehören", sagt Doris Calegari, Artenschutzexpertin beim WWF Schweiz. Alle acht Arten der Pangoline sind gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Doch trotz eingegrenzten Handelsbestimmungen (CITES Anhang II) konnte der illegale Handel mit Pangolinen bis huete nicht eingedämmt werden. Dazu Calegari: "Der WWF unterstützt die gestellten fünf Anträge zur Aufnahme der Pangoline in den Anhang I und damit ein weitgehendes Handelsverbot."

Pangoline gelten in Vietnam und China als Delikatesse und Restaurantbesucher greifen für ihr Fleisch tief in die Taschen. Ein lebendes Vier-Kilo-Pangolin kann bis zu 600 US-Dollar kosten. Auch die Hornschuppen der Tiere gelten als Wundermittel - gegen Asthma, Schuppenflechte oder sogar Krebs. Und dies obwohl die Schuppen wie die menschlichen Fingernägel einzig aus Keratin bestehen.

Handlungsbedarf bei Nashorn-Wilderei
Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz bilden die Nashörner. Südafrika hat seit 2007 durch Wilderei 6000 Nashörner verloren - 700 davon in diesem Jahr. Vor allem Vietnam hat in der Bekämpfung des Nashornhorn-Schmuggels viel zu wenig getan; keine nennenswerten Konfiszierungen an den Grenzen, keine erfolgreichen Strafverfolgungen. "Wir verlangen deshalb schnelle Schritte und Erfolge von Vietnam. Ansonsten soll CITES Zähne zeigen und Sanktionen verhängen. Alle Mitgliederstaaten müssen den Handel mit bewilligten CITES Arten mit Vietnam verbieten", sagt Calegari.

Der WWF wird auch an der diesjährigen Artenschutzkonferenz anwesend sein. Wichtig sind vor allem Verbesserungen in der Bekämpfung von organisiertem Verbrechen, Korruption und ungenügendem Gesetzesvollzug sowie die aktive Mitarbeit aller Länder zur Schliessung von Schmugglerrouten.

Hintergrund zur CITES-Konferenz

Vom 24.9. bis 5.10.16 treffen sich Vertreter und Vertreterinnen von 181 Staaten und der EU zur CITES CoP17 in Johannesburg. Das "Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen", kurz CITES (Convention on International Trade in Endangeres Species of Wild Fauna and Flora) genannt, listet mehr als 35'000 Tier- und Pflanzenarten auf, die entweder lebend oder als Produkte international gehandelt werden. Die meisten davon dürfen nur mit Ausfuhrgenehmigung der Ursprungsländer gehandelt werden, mit anderen ist kommerzieller Handel international untersagt. Im Unterschied zu anderen internationalen Konventionen kann CITES bei Nicht-Einhaltung über einzelne Vertragsstaaten Sanktionen verhängen. CITES hat die Erhaltung und eine nachhaltige Nutzung der Tier- und Pflanzenpopulationen unserer Erde zum Ziel.

Bild: © WWF-Canon / Meg GAWLER

Webseite: www.wwf.ch

>>mehr

Nachwuchs im Papiliorama

Ein Faultier der Stiftung Papiliorama bringt ein gesundes Baby zur Welt

Eine der Faultiergruppen im Papiliorama in Kerzers hat Nachwuchs bekommen. Bereits zum dritten Mal hat das Weibchen dieser Gruppe ein Junges zur Welt gebracht. Damit ist die Faultier-Population im Nocturama auf sechs Tiere angewachsen.

Im Papiliorama in Kerzers hat die siebenjährige Faultier-Mutter unlängst ihr dritt es Junges zur Welt gebracht. Besucher haben gute Chancen, die Mutter mit ihrem acht Wochen alten Baby bei Streifzügen unter der Nocturama-Kuppel zu beobachten. Noch trägt sie zwar ihren Nachwuchs immer auf ihrem Bauch, hat dabei aber keine Angst, sich auch in der Nähe von Menschen zu bewegen. Anfassen darf man das Muttertier aber in keinem Fall, denn es kann stark zubeissen, um ihr Junges zu schützen. Im Nocturama leben zur Zeit sechs Faultiere. In einem Bereich leben die Mutter mit ihrem gesunden Jungtier und dessen Vater. Drei weitere Faultiere haben ihr Revier auf der Insel in der Mitte der Nocturama-Kuppel. Die Anzahl Faultiere im Nocturama variiert aufgrund von Weggaben oder Zuzügen, sehr selten auch aufgrund von Todesfällen.
Das Faultier-Baby ist Mitte Juni geboren worden. Ob es ein Junge oder ein Mädchen ist, wissen die Verantwortlichen im Papiliorama aber noch nicht. Sie werden das jüngste Faultier erst später genauer untersuchen und lassen es im Moment bei seiner Mutter. Die Tiere im Papiliorama gehören zur Gattung der Zweifinger-Faultiere, die bis zu 85 Zentimeter lang und zwischen sieben und acht Kilogramm schwer werden können. Junge Faultiere bleiben rund sechs Monate auf dem Bauch ihrer Mutter. Das Faultier-Junge wird sich also erst gegen Ende Jahr von seiner Mutter lösen.

Webseite: www.papiliorama.ch

>>mehr

PappArtTiere helfen Tieren

Witzig, keck und frech kommen sie daher die handgefertigten PappArtTiere der Künstlerin und Tierbotschafterin Katrin Villinger. Jedes PappArtTier ist ein Unikat und wird mit der alten, wieder entdeckten Technik von Papier-Maché hergestellt. Dabei kommen vor allem Altpapier und Kleister zur Anwendung. Mit viel Leidenschaft entstehen so handgefertigte Unikate mit Herz und Seele.

Die aussergewöhnlichen Deko-Objekte sind gezielte Hingucker und eignen sich auch als spezielle Geschenke. Denn mit dem Kauf eines PappArtTiere unterstützten Sie einen guten Zweck und helfen Tieren, die es nicht so gut haben auf unserer Erde.
Der gesamte Erlös aus dem Verkauf geht an die Schweizer Tierschutzorganisation Stiftung Tierbotschafter.ch. Die Tierbotschafter unterstützen Tierschutzprojekte von Einzelkämpfern im In- und Ausland und verbreiten Botschaften zum Wohl der Tiere.

Mehr Infos unter:

Webseite: www.tierbotschafter.ch/events/papparttiere/

>>mehr

Ja zur Initiative Grüne Wirtschaft

Die Übernutzung von natürlichen Ressourcen - wie zum Beispiel Wald, Ackerland oder Ozeane - zerstört die Lebensgrundlagen unserer Kinder und Grosskinder. Die Initiative "Grüne Wirtschaft" fordert deshalb, dass die Schweiz bis 2050 nachhaltig wirtschaftet. Der WWF empfiehlt ein JA zur Initiative "Grüne Wirtschaft", weil sie die Umweltbelastung auf ein global verträgliches Mass senkt und innovatives Unternehmertum fördert.

Die Initiative "Grüne Wirtschaft" will die Umweltbelastung bis 2050 auf ein global verträgliches Mass senken und das Prinzip der Kreislaufwirtschaft in der Verfassung verankern. Dies soll etwa durch vermehrte Wiederverwertung (Recycling) und Abfallvermeidung oder durch ökologische Mindeststandards für importierte Produkte geschehen.

Für den Schutz zahlreicher Ökosystemen wie Regenwälder oder Meere, aber auch des Klimas, ist diese Initiative zentral. Sie bietet den Rahmen, um Herausforderungen im Natur- und Umweltschutz auf eine moderne Weise anzugehen, nämlich im Verbund von Unternehmen, Politik und Zivilgesellschaft. Sie schafft die richtigen politischen Rahmenbedingungen, um Konsumentinnen und Konsumenten ein umweltfreundliches Leben zu erleichtern und die Unternehmen im Wandel zu einer nachhaltigen Wirtschaft zu unterstützen. Sie fördert technologische Innovationen der Wirtschaft und sichert Arbeitsplätze in der Schweiz. Welche Massnahmen wann umgesetzt werden, entscheiden der Bundesrat und das Parlament in den kommenden Jahren und Jahrzehnten nach und nach.

Das Ziel für 2050 ist auch international breit abgestützt, steht unter anderem in Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen, und die Initiative hilft, die Pariser Ziele in der Schweiz zu erreichen.

Bild: © WWF Schweiz / Illustres

Webseite: www.wwf.ch

>>mehr

Wolfsabschüsse führen oft zu mehr Rissen

Das Töten von Raubtieren führt fast in der Hälfte der Fälle zu mehr Nutztierschäden als zuvor. Ganz anders sehen die Ergebnisse bei Methoden wie dem Herdenschutz aus: In 80 Prozent der untersuchten Fälle wurden deutlich weniger Nutztiere gerissen. Zu diesem Schluss kommt eine am Donnerstag im Fachjournal ‘Frontiers in Ecology and the Environment’ erschienene Studie.

Weltweit sehen viele Behörden, Jäger und Nutztierhalter den Abschuss von Raubtieren als einfachste Lösung, um Schäden an Nutztieren zu vermeiden. Doch damit werden meistens mehr Probleme geschaffen, wie die Studie im Fachjournal ‘Frontiers in Ecology and the Environment’ zeigt.

Die Studie, welche auf einer umfassenden internationalen Datengrundlage basiert, zieht klare Schlüsse:

- Tödliche Methoden (wie zum Beispiel die Jagd, Giftköder und die Fallenjagd) sind keine Lösung für die Probleme von Nutztierhaltern, sondern verschärfen im Gegenteil oft die vorhandenen Probleme: Nur in 29 Prozent der untersuchten Fälle kann ein minimaler und nur kurzfristiger Rückgang der Übergriffe auf Nutztiere erzielt werden. Bei 43 Prozent wurden hingegen mehr Nutztierschäden als vor der Tötung festgestellt.

- Nicht-tödliche Methoden (zum Beispiel der Einsatz von Herdenschutzhunden oder visuellen Abschreckungen wie Flatterbänder) sind hingegen wirksam. In 80 Prozent der untersuchten Fälle nahmen die Nutztierschäden deutlich ab.

Aufgrund des heutigen Wissenstands empfehlen die Forscher daher, auf das Töten von Raubtieren zur Schadensvermeidung zu verzichten.

Für die Studie hat ein internationales Forschungsteam systematisch die Resultate und die Aussagekraft von verschiedenen Studien in Amerika und Europa unter die Lupe genommen. Auch Resultate aus Afrika und Asien bestätigen die Befunde.

Relevanz für Schweizer Jagdgesetzrevision:
Die Ergebnisse der Studie sind auch relevant für die Schweiz. Der Bundesrat hat am 24. August die Vernehmlassung für die Revision des Jagdgesetzes eröffnet. Gemäss Gesetzesvorschlag sollen Wölfe bald präventiv geschossen werden dürfen, um Nutztierschäden zu vermeiden. Bei den Grossraubtieren im grenzübergreifenden Alpenraum handelt es sich aber um Tierarten, deren Bestände stark gefährdet sind. Schon deshalb sind präventive Abschüsse fragwürdig.

Gabor von Bethlenfalvy, Grossraubtierexperte beim WWF Schweiz sagt: «Es ist erschreckend, wie wenig Gehör die Politik praktischen Erfahrungen und Studien schenkt, und sich stattdessen vom Druck von Einzelinteressen leiten lässt».

Gerade beim Wolf bedeuten Bestandes-Dezimierungen in der Praxis unspezifische Abschüsse – die Gefahr ist gross, dass dabei Tiere getötet werden, die für die Familienstruktur und die Nahrungsbeschaffung wichtig sind. Gabor von Bethlenfalvy fügt hinzu: «Das Risiko, die Situation für die betroffenen Nutztierhalter zu verschlimmern statt sie zu verbessern, ist zu gross. Der beste Schutz für die Nutztiere in einer Wolfsregion ist der Herdenschutz und eine stabile Wolfs-Familienstruktur».

Asegeir Helgestad / naturepl.com

Webseite: www.wwf.ch

>>mehr

Zwischenbilanz zur Energiewende

Die Zwischenbilanz von Greenpeace, Pro Natura, VCS und WWF zur Energiewende zeigt 2016 national verhalten positive Tendenzen und international erstaunlichen Schwung. Zu der Analyse passend präsentiert sich die von den Umweltorganisationen unterstützte Energiestrategie 2050 als lauer Kompromiss, aber als erster Schritt in die richtige Richtung. Die Schlagkraft der erneuerbaren Energieträger zeigt: Die Schweiz ist reif für den geordneten Atomausstieg.

Die Schweizer Energiewende zeigt zaghaft, aber feststellbar Fortschritte gegenüber dem Vorjahr. 7 von 20 Indikatoren des Energiewende-Index der Umweltallianz haben sich positiv entwickelt. Die CO2-Emissionen aus der Energieerzeugung sind um 1 Mio. Tonnen gesunken und der Anteil an erneuerbarer Energie am Gesamtenergieverbrauch ist deutlich gestiegen. Der ungeplante Stillstand von AKW hat zu langsamer wachsenden Atommüllbergen geführt. Voll auf Kurs ist die Energiewende in der Schweiz bei den Energieausgaben für die Volkswirtschaft, den Ausgaben für Stromimporte und bei den Stromkosten pro Haushalt. Trotzdem droht die Schweiz den globalen Trend zu verpassen. Bei Indikatoren wie Atomsicherheit, Energieeffizienz oder Effizienz des Personenverkehrs rumpelt die Schweizer Energiewende gehörig.

Erneuerbare Energieträger beweisen ihre Schlagkraft
Die globale Dynamik zeigt, wo die Post abgeht: bei den Erneuerbaren. Weltweit übertreffen 2015 die Investitionen in den Zubau von erneuerbarer Energie (286 Milliarden US Dollar) die Investitionen in Gas und Kohle (130 Milliarden) deutlich. „Der Umstieg auf Erneuerbare kommt schneller als erwartet. Die installierte Leistung nimmt weltweit kontinuierlich zu“, bilanziert Thomas Vellacott, CEO WWF Schweiz. Vellacott folgert daraus: „Nur eine engagierte Energiepolitik ermöglicht, dass die Schweiz auf den fahrenden Zug aufspringen kann.“

In der Schweiz kommt der Schwung bei der Energiewende aus der Bevölkerung und aus dem Gewerbe. Sie wird durch die Politik gebremst statt befeuert. Die aktuellen Zahlen der Umweltallianz zeigen: Setzt sich der Trend fort, werden 2025 genügend Projekte für erneuerbare Energieerzeugung vorliegen, um alle Schweizer AKW zu ersetzen. „Biomasse, Sonne und Wind haben 2015 die durchschnittliche Produktion von Beznau I übertroffen. Per August 2016 haben so viele Anlagen von der KEV grünes Licht erhalten, dass auch Beznau II hinfällig wird“, fasst Markus Allemann, Co-Geschäftsführer von Greenpeace Schweiz die neuesten Zahlen zusammen. Mit den Projekten auf der KEV-Warteliste würde auch Mühleberg überflüssig.

Energiestrategie 2050 bringt gegenüber „Weiter wie bisher“ erhebliche Vorteile
Die Energiestrategie 2050 kurz vor der letzten Differenzbereinigung im Parlament ist für die Umweltorganisationen ein Kompromiss, aber ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Sie verschafft der Schweiz gegenüber dem Szenario „Weiter wie bisher“ erhebliche Vorteile. Die wenigen verbliebenen Gegner der Energiestrategie legen keine Alternative vor. Daher sagt die Umweltallianz entschieden Ja zur Energiestrategie 2050. Gegenüber dem, was ökologisch bzw. sicherheitstechnisch notwendig wäre, ist die Vorlage jedoch unbefriedigend. Der Atomausstieg muss deshalb mit der Volksabstimmung am 27. November verbindlich festgelegt werden.

Bild: Anton Vorauer/WWF-Canon

Webseite: www.wwf.ch

>>mehr

Jährlich 20 000 Haie retten

Fünf Stellnetze von je über einem Kilometer Länge stehen im Great Barrier Riff und sollten eigentlich Makrelen fangen. Doch jedes dieser Netze tötet ungefähr 10'000 Haie pro Jahr als Beifang. Auch bedrohte Hammerhaie verfangen sich in diesen Netzen: Der grosse Hammerhai sowie der Bogenstirn-Hammerhai machen ungefähr ein Sechstel des unerwünschten Beifangs aus. Hammerhaie gingen im Great Barrier Riff seit den sechziger Jahren um etwa zwei Drittel zurück.

Das südliche Great Barrier Riff beherbergt weiter eine Population von ungefähr 600 Seekühen. 2010 starben vermutlich zwölf dieser extrem seltenen Meeressäuger in den fünf Stellnetzen. Doch die Dunkelziffer ist sehr wahrscheinlich noch höher.

Die Programmleiterin des WWF Australien, Gilly Llewellyn, meint: "Unserem Riff geht es nicht gut. Wir haben dieses Jahr die grösste Korallenbleiche, die hier je beobachtet wurde, zu beklagen. Ein funktionierendes Ökosystem inklusive aller Tiere an der Spitze der Nahrungskette zu erhalten, ist deshalb umso wichtiger. Denn ein gesundes Riff hält auch dem Klimawandel besser stand".

Idee hat Leute weltweit begeistert
Per Crowdfunding hat der WWF in Australien dazu aufgerufen, für je 100'000 Australische Dollar zwei Netze zu kaufen, die er sofort aus dem Wasser ziehen will. Menschen aus über 30 Ländern hat die Idee begeistert, so dass das Ziel innert weniger Wochen erreicht wurde. Ob der WWF Australien weitersammeln wird, um auch noch ein drittes Netz aus dem Great Barrier Riff zu entfernen, wird in den nächsten Tagen entschieden.

Bild: Brian J. Skerry / National Geographic Stock / WWF

Webseite: www.wwf.ch

>>mehr

Gewässer weisen ökologische Defizite auf

Rund 80 Prozent der Gewässer weisen zum Teil erhebliche ökologische Defizite auf. Wie ein heute veröffentlichter Bericht des WWF Schweiz zeigt, sind weniger als 5 Prozent noch komplett intakt. Der WWF fordert deshalb den Schutz der wertvollsten Gewässerperlen.

Eine heute veröffentlichte Studie des WWF Schweiz zeigt: Höchstens ein Fünftel der Schweizer Bäche und Flüsse erfüllen teilweise die ökologischen Ziele der Gewässerschutzverordnung. Weniger als 5 Prozent der Gewässer konnten in der Studie als naturnah klassifiziert werden und erfüllen die ökologischen Ziele voll. Trotz intensiver Bemühungen von Naturschutzorganisationen und mehrerer politischer Entscheide zugunsten naturnaher Gewässer sind natürliche Flüsse und Bäche bereits sehr selten und weiterhin stark unter Druck.

Im Mitteland herrschen Verbauungen und Wasserkraftwerke an grösseren Flüssen vor, welche die Flüsse aufstauen und die Fischwanderung unterbrechen. In den Alpentälern sind es vor allem Speicher- und Kleinwasserkraftwerke, die den natürlichen Fluss der Gewässer beeinträchtigen, indem sie ihm Wasser entnehmen. «Schweizer Gewässer sind im europäischen Vergleich besonders stark verbaut», meint Christopher Bonzi, Gewässerexperte beim WWF Schweiz.

Anstrengungen für Renaturierungen verstärken
Die Studie zeigt aber auch, dass viele Gewässer trotz Beeinträchtigungen noch wichtige Funktionen wahrnehmen – zum Beispiel als Vernetzungskorridore für viele Arten. Einer weiteren Beeinträchtigung dieser Flüsse und Bäche muss jetzt ein Riegel vorgeschoben werden, damit sich die Situation nicht verschlechtert.

Allein schon ein Verschlechterungsverbot für Fliessgewässer, wie es die EU anwendet, könnte die Situation entschärfen. Dieses Verbot schützt die letzten natürlichen Flüsse und Bäche vor schädlichen Einflüssen und verbietet eine Verschlechterung ihres heutigen Zustandes. Da die Schweiz ein solches Verbot aber nicht kennt, braucht es zwingend einen verbindlichen Schutz der letzten natürlichen Gewässer.

Dazu Christopher Bonzi: «58 Prozent aller Fischarten der Schweiz sind auf der Roten Liste. 8 Arten sind sogar ausgestorben. Die letzten naturnahen Gewässerperlen müssen zwingend umfassend geschützt werden. Auch braucht es mehr Renaturierungen, denn sonst besteht die Gefahr, dass weitere Tier- und Pflanzenarten und intakte Landschaften verschwinden». Gesunde Bäche und Flüsse sind Quellen des Lebens und ihre Bedeutung für die Biodiversität ist riesig.

Webseite: www.wwf.ch

>>mehr

Das Märchen der weissen Zirkuslöwen

Tierschutzorganisationen klären anlässlich des Welt-Löwen-Tages auf

Zürich, 9. August 2016 - Am 10. August ist Welt-Löwen-Tag. Die Tierschutzorganisationen VIER PFOTEN, PROTIER und die Stiftung für das Tier im Recht machen zu diesem Anlass auf die Problematik rund um weisse Löwen aufmerksam. Solche sind derzeit auch mit einem Schweizer Zirkus unterwegs.

Der Zirkus Royal wirbt für die diesjährige Tournee mit seinen "preisgekrönten weissen Löwen". Solche mögen zwar sowohl schön als auch majestätisch wirken und Zirkusbesucher faszinieren. Tatsache ist jedoch, dass weisse Löwen keineswegs magisch sind. Es handelt sich bei weissen Löwen weder um Albinos noch um eine eigene, seltene Spezies. Sie gehören der gleichen Art an wie normalfarbige Löwen und kommen in der freien Natur nur äusserst selten vor. Die Ursache für ihre Weissfärbung ist ein mutiertes Gen, welches gemeinsam mit anderen unnatürlichen Eigenschaften auftritt. Die weissen Löwen haben in freier Wildbahn Nachteile, wodurch sie in der Natur sehr selten sind; weisse Jungtiere werden zum Beispiel öfters von ihren Feinden getötet und das Anschleichen an Beute gestaltet sich schwierig, da sie für andere Tiere leicht zu erkennen sind.

Zucht von weissen Löwen aus Sensationsgier
In vielen Zirkussen wird die Farbmutation bewusst gezüchtet, um neue Publikumsmagnete zu produzieren. Gerade weil solche Tiere so selten sind, werden für die Zucht häufig miteinander verwandte Tiere verpaart und damit sämtliche Folgen von Inzucht in Kauf genommen. Als Folge solcher Verpaarungen leiden weisse Nachkommen zudem häufig unter Fehl- oder Missbildungen und organischen Schäden. "Eine künstliche Zucht von weissen Löwen ist sowohl aus Tierschutz- als auch aus Artenschutzsicht abzulehnen", so Lucia Oeschger, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN Schweiz.

Artenschutz als Deckmantel
Häufig wird behauptet, dass Wildtiere wie beispielsweise Löwen im Zirkus gezüchtet werden müssen, weil sie in der Natur immer seltener werden. Es stimmt, dass weltweit viele Tierarten bedroht sind. Der Zirkus kann zum Artenschutz jedoch keinen Beitrag leisten: Die Tiere im Zirkus sind oft das Ergebnis von Inzucht und nicht etwa das Ergebnis eines wissenschaftlich überwachten Artenschutzprogrammes. Zirkustiere kann man zudem nicht mehr auswildern, denn durch den engen Kontakt mit dem Menschen und die unnatürlichen Haltungsbedingungen hätten sie keine Chance, in der Wildnis zu überleben und damit zur Erhaltung ihrer Art beizutragen. Dies ist bei der Zucht von weissen Löwen nicht anders. Auch diese Nachzuchten tragen in keiner Weise zum Artenschutz bei.

Wildtiere gehören nicht in den Zirkus
Schon 19 europäische Länder haben das Mitführen von Wildtieren in Zirkussen stark eingeschränkt oder verboten. Die Schweiz hinkt diesen in Sachen Tierschutz mit den hiesigen Bestimmungen deutlich hinterher. Die Lebensbedingungen sind für Löwen, seien es nun weisse oder normalfarbige, Zebras, Elefanten und alle anderen Wildtiere im Zirkus völlig ungeeignet. Die Tierschutzorganisationen VIER PFOTEN, PROTIER und Stiftung für das Tier im Recht sammeln deshalb im Rahmen einer Petition Unterschriften für ein gesetzlich verankertes Wildtierverbot in Schweizer Zirkussen. Bisher konnten rund 8'500 Unterschriften gesammelt werden.

Bild: VIER PFOTEN | Mihai Vasile

Webseite: www.vier-pfoten.ch

>>mehr

Am 08.08.16 findet der Planet-Exit statt

Morgen ist der grosse Tag: Der Planet Erde muss den Vertrag mit seinen Bewohnern der Spezies Homo Sapiens kündigen. Dieser Planet-Exit findet statt, weil die Menschen alle Ressourcen verbraucht haben, welche ihnen die Erde für das ganze Jahr 2016 zur Verfügung stellt.

Morgen müsste die Erde theoretisch aus dem Übereinkommen mit der Menschheit aussteigen und ihr den Zugang zu weiteren Ressourcen verweigern. Grund für den Planet-Exit ist die Tatsache, dass die Menschen in weniger als acht Monaten soviel von der Natur verbraucht haben, wie eigentlich fürs ganze Jahr 2016 hätte reichen sollen. Ab morgen müssten also alle Flugzeuge am Boden bleiben, die Börsen ihren Handel einstellen und die Shoppingzentren geschlossen bleiben. Erstmals verbrauchte die Weltbevölkerung Anfang der 70er Jahre mehr Ressourcen, als die Erde im gleichen Zeitraum produzieren konnte. Damals fiel dieser Tag (der Earth Overshoot Day) in den Dezember, inzwischen sind wir Anfang August angelangt.

Ressourcen sorgfältig nutzen
Die Menschheit lebt ab morgen nicht nur von den Zinsen der Natur, sondern zerrt auch an der Substanz. Damit auch spätere Generationen einen lebenswerten Planeten vorfinden, braucht es einen achtsameren und effizienteren Umgang mit Rohstoffen. Das gilt erst recht für unser Land. Denn lebten alle auf der Welt wie die Schweizerinnen und Schweizer, wären die Ressourcen von 3,3 Erden für die Deckung unseres Konsums erforderlich.

Eine Frage der Wahl
Mit wenigen, aber folgereichen Entscheiden, kann jeder seinen Ressourcenverbrauch massiv reduzieren und gleichzeitig an Lebensqualität gewinnen. Wer nicht ans andere Ende der Welt fliegt und dafür Ferien in der Schweiz oder im nahen Ausland verbringt, vermeidet acht Tonnen CO2 mit einer einzigen Reise. Auch beim Wohnen gibt es grosses Potential. Wer von Ölheizung auf Wärmepumpe umstellt, vermeidet jährlich vier Tonnen CO2. Und eine Tonne CO2 pro Jahr spart bereits, wer pro Woche 300 Gramm anstatt 2 Kilogramm Fleisch isst. Zum Vergleich: Die jährlichen CO2-Emmissionen pro Kopf in der Schweiz betragen 13 Tonnen.

Wer wissen will, in welchem Lebensbereich sein Einsparpotential am grössten ist, berechnet seinen ökologischen Fussabdruck auf dem WWF-Footprint-Rechner (www.wwf.ch/footprint) und findet wirkungsvolle Klimatipps auf www.wwf.ch/klimatipps.

Bild: Chris Martin BAHR / WWF-Canon

Webseite: www.wwf.ch

>>mehr

Ferientipps

Respektvolles Verhalten gegenüber Tieren im Ausland.

Zürich, 14. Juli 2016 - Andere Länder, andere Sitten - gerade das ist ja das Schöne in den Ferien. Es gilt allerdings zu beachten, dass Tierschutzstandards im Ausland selten auf so hohem Niveau wie in der Schweiz sind. Und was Touristen auf den ersten Blick als reizvolle Urlaubsattraktion oder als kulinarische Delikatesse erscheint, ist vielleicht mit Qualen für Tiere verbunden.
Was Touristen vor allem in südlichen Ländern sofort ins Auge springt, ist die teilweise grosse Anzahl an streunenden Tieren. Man lässt sich als Tierliebhaber leicht dazu verleiten, die Tiere zu füttern. "Das Problem ist, dass sich die Streuner sehr rasch an diese Nahrungsquelle gewöhnen, die dann nach der Feriensaison sofort wieder versiegt", sagt Julie Stillhart, Länderchefin bei VIER PFOTEN Schweiz. Viel sinnvoller ist es daher, einen lokalen Tierschutzverein direkt am Ferienort mit einer Spende zu unterstützen.

Fotos mit Tieren

Immer öfter werden Touristen Fotos mit Wildtieren angeboten, sehr beliebt sind natürlich Tierbabys. "Wenn es die Gelegenheit gibt, Selfies oder andere Aufnahmen mit beispielsweise Löwen- oder Tigerbabys zu machen, dann müssen sofort alle Alarmglocken schrillen", warnt Stillhart. Auch auf Fotos mit ausgewachsenen Tieren wie zum Beispiel Papageien sollte verzichtet werden. Es handelt sich um reine Geschäftemacherei auf Kosten der Tiere, die meist unter inakzeptablen Bedingungen gehalten werden.

Elefanten-, Pony-, Esel- und Kamelritte

Ebenfalls ein Klassiker unter den Touristen-Attraktionen, besonders in exotischen Ländern, sind Elefanten-, Pony-, Esel- und Kamelritte. Aber Vorsicht: Die meisten dieser Tiere werden nicht artgemäss gehalten. Oft sind sie auch den ganzen Tag über der Hitze ausgesetzt, ohne Zugang zu frischem Wasser. Genau das ist auch in der jordanischen Felsenstadt Petra der Fall. Um die Situation vor Ort zu ändern hat VIER PFOTEN in Zusammenarbeit mit der Princess Alia Foundation sowie der Tourismusbehörde ein Hilfsprojekt für arbeitende Pferde und Esel gestartet. "Unser Projekt zeigt erste Früchte: Der Gesundheitszustand vieler Tiere hat sich in den letzten Monaten erheblich verbessert, neue Stallungen wurden gebaut und ein Wasserableitungssystem zum Schutz vor Sturzfluten wurde installiert", so Stillhart.

Tierkämpfe, Aquarienparks und Souvenirs

VIER PFOTEN empfiehlt ausserdem, sich von Sportereignissen und Wettkämpfen mit Tieren fernzuhalten und diese damit nicht zu fördern. Ob es die traditionellen Stierkämpfe in Spanien und Portugal oder die grausamen Hunde-, Bären- oder Hahnenkämpfe sind: Ihnen ist gemeinsam, dass Tiere dafür gequält werden. Dasselbe ist auch in Aquarienparks der Fall. Auf Shows mit Meeressäugern und Schwimmen mit Delfinen sollte auf jeden Fall verzichtet werden. Zu guter Letzt empfiehlt Julie Stillhart, beim Kauf von Souvenirs vorsichtig zu sein: "In vielen Geschäften werden Gegenstände aus Elfenbein, Schildkrötenpanzer, Lederprodukte aus Häuten exotischer Tiere oder Korallen angeboten. Mit dem Kauf trägt man zur Ausrottung geschützter Arten bei." Die Einfuhr von Souvenirs, die von bedrohten Arten stammen, ist nach dem Washingtoner Artenschutz-Abkommen nicht erlaubt und wird mit Geldbussen und sogar Freiheitsstrafen geahndet.

Bild 1: VIER PFOTEN Mihai Vasile
Bild 2: PAF FOUR PAWS Abo Inshad

Webseite: www.vier-pfoten.ch

>>mehr

Eröffnung Tun Mustapha Park

In Kudat im Bundesstaat Sabah fanden heute die Feierlichkeiten zur Eröffnung des grössten Meeresschutzparks in Malaysia statt. Die lokale Bevölkerung wurde von Beginn weg in die Planung des Tun Mustapha Parks miteinbezogen. Der WWF hat das Projekt seit Jahren unterstützt und mitfinanziert.

Heute fanden in der Stadt Kudat im Bundestaat Sabah, Malaysia, die offiziellen Feierlichkeiten zur Eröffnung des neuen Meeresparks Tun Mustapha Park statt. An den Feierlichkeiten nahmen der Chefminister von Sabah, der Minister für Tourismus, Kultur und Umwelt, Vorsitzende der Parkbehörden und Vetreter des WWF Malaysias teil. Sabahs Regierung hatte den Park im Mai gegründet.

Die Gründung des Parks ist ein Meilenstein: Er ist der grösste Meerespark Malaysias. Er umfasst 50 Inseln und eines der weltweit vielfältigsten Ökosysteme mit Korallenriffen, Mangrovenwäldern, Seegrasgebieten und wichtigen Fischgründen. "Wir sind überzeugt, dass der Tun Mustapha Park nicht nur zur Ernährungssicherheit der 80'000 Inselbewohner beiträgt, sondern auch zu jener der 120 Millionen Menschen des gesamten Korallendreiecks", sagt Dr. Dionysius S.K. Sharma, CEO des WWF Malaysia.

Seit dem Jahr 2003 hat der WWF die Vorarbeiten zum Park begleitet und tatkräftig unterstützt. "Besonders wichtig war uns, dass die lokale Bevölkerung von Beginn an in das Parkmanagement mit einbezogen wurde und noch immer ist. Das erhöht die Akzeptanz und gibt den Menschen neue Perspektiven", erklärt Alice Eymard-Duvernay, zuständig für Internationale Projekte beim WWF Schweiz. In mehreren Pilotprojekten wurden lokale Schutzgebiete aufgebaut, die von eigens dafür ausgebildeten lokalen Parkrangern kontrolliert werden. Ausserdem werden in den Dörfern alternative Einkommensquellen geschaffen. Damit wird der Druck auf die Fischressourcen reduziert und die lokale Bevölkerung hat eine solide Existenzgrundlage. "Bei dieser Parkgrösse ist es unabdingbar, dass der Schutzpark von allen Beteiligten getragen wird und sie seinen Gewinn erkennen", sagt Eymard-Duvernay. Der WWF wird den Park auch in Zukunft weiter unterstützen und gegen allfällige Förderpläne von Öl und Gas verteidigen.

Bilder: WWF Malaysia / Mazidi Ghani, Jürgen Freund / WWF

Webseite: www.wwf.ch

>>mehr

143951 Emails für Premierminister Belize

Der WWF übergibt heute an der vierzigsten Jahreskonferenz des Unesco-Welterbe-Komitees die Namen von 143'951 Menschen. Sie haben dem Premierminister von Belize eine Email geschrieben und ihn aufgefordert, das Barrier Riff in Belize - zu dem auch das Great Blue Hole gehört - zu schützen. Das Barrier Riff in Belize gehört zu den 229 Naturerbe-Stätten der Unesco und ist wie die Hälfte aller Stätten durch industrielle Zerstörung akut bedroht.

143'951 Menschen fordern den Premierminister von Belize in der Email auf, Offshore Ölbohrungen zu verbieten. Davon sind rund 20'000 Mails aus der Schweiz. Der WWF zeigt der UNESCO-Kommission heute in Istanbul eine Liste aller Supporter. Die Kommission bespricht dort den Schutz des Barrier Riffs.

2009 hat die UNESCO das Belize-Barrier-Riff in der Karibik auf die Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt. Mindestens 1400 Tier- und Pflanzenarten leben in einer einzigartigen Umgebung von Atollen, Sandinseln, Mangroven, Lagunen und Flussmündungen. In den letzten Jahren hat das Riff durch Küstenbebauungen, Ölbohrungen und Wasserverschmutzung aus der Landwirtschaft stark gelitten. 6500 Hektaren Mangrovenwälder wurden abgeholzt.

Das ist nicht nur für die Natur dramatisch, sondern auch für die Menschen: Die Lebensgrundlage der Hälfte der Belizer Bevölkerung hängt vom Tourismus und der Fischerei und somit von einem intakten Riff ab. "Mit weiteren Investitionen in die Ölförderung würde die Regierung zudem ihr Klimaversprechen von Paris brechen", so Alice Eymard-Duvernay, Meeresschutzexpertin beim WWF Schweiz. "Dort hat sie sich verpflichtet, aus den fossilen Energien auszusteigen."

Die Email-Aktion ist Teil einer grösseren WWF-Kampagne zum Schutz der wertvollsten Gebiete der Welt. Der WWF fordert Unternehmen und Regierungen der betroffenen Länder auf, industrielle Aktivitäten mit negativen Auswirkungen auf die Weltnaturerbegebiete zu verhindern.

Bild: Antonio Busiello / WWF-US

Webseite: www.wwf.ch

>>mehr

Medizinischer Check in Gaza

VIER PFOTEN führt medizinischen Check in Gaza durch - Bestmögliche Lösung für 15 Tiere wird gesucht

Gaza, 14. Juni 2016 - Ein VIER PFOTEN Team reiste letztes Wochenende in den Gazastreifen, um den Gesundheitszustand der verbliebenen 15 Tiere im Khan Yournis Zoo zu evaluieren. Die Mission diente einerseits der Behandlung der Tiere sowie der Inspektion der Gehege. Andererseits soll mit den gewonnen Informationen über den Zustand der Tiere eine Lösung für ihre Zukunft gefunden werden.

Bei der medizinischen Untersuchung konnte festgestellt werden, dass der Gesundheitszustand der Tiere bis auf wenige Ausnahmen recht gut ist. Einer von fünf im Zoo lebenden Affen ist gemäss den Untersuchungen trächtig. Neben den Affen leben im heruntergekommenen Khan Younis Zoo Adlerbussarde, ein Emu, Rehe, Schildkröten, Stachelschweine und ein Tiger. Der Tiger mit dem Namen "Laziz" ist der letzte verbleibende seiner Art in Gaza. Die Käfige sind unglücklicherweise extrem kleinen, verschmutzt und verfügen über eine unzureichende Wasserversorgung. "Um die Haltungsbedingungen in Khan Younis zu verbessern, haben wir einfache Massnahmen umgesetzt. Wir haben zum Beispiel Beschäftigungsmaterial in einigen Käfigen angebracht", so Dr. Amir Khalil, Einsatzleiter der Mission.

Sicherheit der Käfige überprüft

Neben den medizinischen Behandlungen führte das VIER PFOTEN Team auch einen
Sicherheitscheck der Gehege durch, um sicherzugehen, dass sowohl die Sicherheit der Tiere, als auch die der Menschen gewährleistet ist. Der Check war dringend notwendig, wie Dr. Khalil bestätigt: "Die Standards bezüglich Tierschutz und Tiermanagement i Khan Younis sind leider katastrophal. Einer der Journalisten, die uns begleitet haben, wurde sogar von einem der Affen gekratzt, weil die Gehege so schlecht abgesichert sind und kein zweiter Zaun vorhanden ist."

Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten konnte der Zoo seine Tiere nicht mehr angemessen versorgen und ausreichend Futter bereitstellen. Um mehr Besucher anzulocken und Einkommen zu generieren, stellte der Besitzer sogar die mumifizierten Körper bereits verstorbener Tiere aus. So erlangte Khan Younis seinen zweifelhaften Ruf als "schlimmster Zoo der Welt". Ziel ist es nun, durch die gewonnen Erkenntnisse vor Ort eine Lösung für die Zukunft aller Tiere im Zoo zu finden.

Webseite: www.vier-pfoten.ch

>>mehr

Keine Reduktion v.Lebensmittelverlusten

Stellungnahme WWF Schweiz zum heutigen Entscheid des Ständerats: Ablehnung der Motion Hausammann 14.3175 zu Reduktion der Lebensmittelverluste.

In der Schweiz wird rund ein Drittel der Lebensmittel nicht als solche genutzt. Ausserdem hat sich die Schweiz mit der Unterzeichnung der Sustainable Development Goals gegenüber der internationalen Gemeinschaft zu einer Reduktion der Lebensmittelverluste bis 2030 um 50 Prozent verpflichtet. Trotzdem will die Mehrheit des Ständerats nichts von konkreten Zielen und Verpflichtungen für unser Land wissen und lehnt die Motion Hausammann 14.3175 ab. Diese hatte der Nationalrat im Februar dieses Jahres mit 116:72 Stimmen angenommen. "Damit fehlt der Schweiz im Gegensatz zur EU weiterhin jegliche rechtliche Grundlage, um die international eingegangen Verpflichtungen zu erreichen. Das ist sowohl aus Sicht der internationalen Verpflichtungen als auch aus ethischer und volkswirtschaftlicher nicht vertretbar", sagt Jennifer Zimmermann Projektleiterin Konsum & Wirtschaft beim WWF Schweiz. Die entlang der Wertschöpfungskette verlorenen Lebensmittel entsprechen einem Gegenwert von mehreren Milliarden Franken.

Webseite: www.wwf.ch

>>mehr

Univox Umwelt - Studie

Gemeinsame Medienmitteilung
gfs-zürich und WWF Schweiz

Drei von vier Personen unterstützen Energiewende

Die Schweizer Bevölkerung ist ungebrochen umweltbewusst, wie die heute veröffentlichte Univox-Umwelt-Studie 2015 von gfs-zürich und WWF Schweiz zeigt. Über drei Viertel der Befragten begrüssen die Energiewende und eine Mehrheit möchte Ölheizungen mit Übergangsfrist verbieten.


Die neue Ausgabe der langjährigen Univox-Umwelt-Studie von gfs-Zürich liefert das erste umfassende Bild des Schweizer Umweltbewusstseins seit den Wahlen. Sie untersucht auch die Einstellungen zu Klimaschutz und Energiewende, dem grössten laufenden Projekt in der Umweltpolitik. Die Unterstützung für die Energiewende hält auf hohem Niveau an: 77% schätzen sie als positiv oder eher positiv ein (Vorjahr: 77%). 57% halten sie für machbar (Vorjahr: 55%). 61% wünschen mehr politischen Einsatz fürs Klima, etwa ein Verbot von Ölheizungen mit Übergangsfrist (50%). Bloss knapp ein Viertel spricht sich gegen ein solches Verbot aus. Nur gerade 15% sehen wirtschaftliche Nachteile in einer Energiewende, drei Mal mehr sehen Vorteile. 60% der Studien-Teilnehmer schätzen generell die Umweltbelastung als grosse bis sehr grosse Bedrohung für unseren Wohlstand ein.

Pestizide und andere Umweltgifte grösste Umweltsorge

Das Umweltbewusstsein ist ungebrochen: Eine klare Mehrheit sieht sich selbst überdurchschnittlich gut beim Umweltbewusstsein (58%, +1%) wie beim Umweltverhalten (50%, +2%). Als grösste Probleme werden Pestizide und andere Umweltgifte (83%), Atomkraftwerke (70%), Gentechnik in der Landwirtschaft (70%) und Klimawandel (69%) angesehen (gestützte Frage). Alle staatlichen Massnahmen für mehr Umweltschutz stossen mehrheitlich auf Zustimmung, insbesondere wenn es um Energiesparen, saubere Luft, Schutz des Bodens und Klimaschutz geht. Bei der Luftverschmutzung finden gar 81% der Befragten, es brauche zusätzliche Massnahmen. Dabei kommen mehr Transparenz (offizielles Label für umweltfreundliche Produkte, 54%) und finanzielle Lenkung (Abgaben auf umweltschädlichen Produkten, 53%) am Besten an. Die Skepsis gegenüber der Atomkraft bleibt auf hohem Niveau stabil (64% halten die Risiken der Atomkraft für nicht tragbar).

Andreas Schaub, Institutsleiter gfs-zürich, kommentiert: "Die zuverlässigsten Aussagen liefert der Langzeitvergleich über mehrere Jahre. Auffällig ist, dass Umweltanliegen eine auf hohem Niveau stabile Unterstützung geniessen, obwohl in der öffentlichen Diskussion Flüchtlinge, Frankenkurs und verwandte Themen dominieren." Thomas Vellacott, CEO WWF Schweiz, sagt: "Univox Umwelt macht deutlich: Die Menschen wollen mehr Umweltschutz und sehen den Staat in der Pflicht. Dies ist eine wichtige Botschaft an die Politik."

Webseite: www.wwf.ch

>>mehr

Vierbeiner im Büro

- eine Bereicherung für Mensch und Tier

Positiver Einfluss auf das Arbeitsklima
Zürich, 23. Juni 2016 - Anlässlich des internationalen "Take your dog to work day" am 24. Juni gibt VIER PFOTEN wertvolle Tipps für den Umgang mit Vierbeinern im Büro. Die Erfahrungen von VIER PFOTEN zeigen, dass sich Hunde sehr positiv sowohl auf das Arbeitsklima als auch auf die Produktivität auswirken. Allerdings müssen dabei einige Voraussetzungen berücksichtigt werden. Grundsätzlich gilt: Gegenseitige Rücksichtnahme ist das oberste Gebot.

Fünf Hunde auf 16 Personen - so lautet die aktuelle Bürobilanz bei VIER PFOTEN Schweiz. Hunden am Arbeitsplatz werden in zahlreichen Studien, so zum Beispiel in einer der Banfield Tierklinik in Portland/USA, positive Auswirkungen zugeschrieben. Es heisst, dass mit der Präsenz der Tiere die Arbeitsmoral und die Effektivität der Mitarbeitenden steigt und das allgemeine Stresslevel gleichzeitig sinkt. All die positiven Effekte, welche Hunden im Büro nachgesagt werden, kann VIER PFOTEN aus erster Hand bestätigen. "VIER PFOTEN selbst ist das beste Beispiel dafür, wie bereichernd Hunde am Arbeitsplatz sein können", sagt Julie Stillhart, Länderchefin von VIER PFOTEN Schweiz.
Rücksichtnahme als oberstes Gebot
Allerdings gilt es, einige wichtige Voraussetzungen und Regeln zu beachten. Zunächst einmal ist kein Arbeitgeber dazu verpflichtet, Hunde am Arbeitsplatz zu erlauben. Wer seinen Hund mitbringen möchte, sollte also vorher die Erlaubnis seitens des Arbeitgebers einholen, am besten schriftlich. Im Sinne der Kollegialität und um späteren Stresssituationen im Vorfeld entgegenzuwirken, rät VIER PFOTEN, sich das Einverständnis auch von den Arbeitskollegen einzuholen.
Sind zwei oder sogar mehrere Hunde im gleichen Büro, empfiehlt Julie Stillhart den Halterinnen und Haltern, die Tiere vorab ausserhalb an einem neutralen Ort miteinander bekanntzumachen. "Die erste Begegnung sollte draussen auf neutralem Boden mit genügend Platz stattfinden, anstatt in eventuell engen Bürogängen", erklärt sie. Sollten sich Hunde nicht gut vertragen, muss dafür gesorgt werden, dass sich die Tiere nicht begegnen; Raumtrennung oder abwechselnde "Schichten" (sollte es nur einen Büroraum geben) wären hier Lösungen.
Bereicherung auch für den Hund
Übrigens profitiert auch der Hund bei optimalen Bedingungen von seinem Status als "tierischer Kollege". Denn die meisten bevorzugen es, mit Herrchen oder Frauchen zusammen zu sein, statt zu Hause stundenlang alleine zu warten. Allerdings sollte der Besitzer die Büro-Umgebung auch entsprechend hundefreundlich gestalten. "Der Hund sollte an einer ruhigen Stelle seinen eigenen Platz, also einen Korb, eine Decke oder Ähnliches bekommen", so Stillhart. Frisches Wasser muss ebenso wie regelmässige Nahrung bereitgestellt werden. Die Mittagspause sollte für einen ausgiebigen Spaziergang verwendet werden, wovon Hund und Halter bzw. Halterin gleichermassen profitieren

Webseite: www.vier-pfoten.ch
Kontakt: valenda.penne@vier-pfoten.org

>>mehr

Ungenügend auf Klimawandel ausgerichtet

Die Mehrheit der 20 grössten Schweizer Pensionskassen berücksichtigen kaum langfristige Umweltrisiken wie den Klimawandel. Damit handeln sie nicht im Interesse ihrer Versicherten und gehen langfristig womöglich hohe finanzielle Risiken ein. Dies ergab ein erstmals durchgeführtes Rating, das der WWF Schweiz und die spezialisierte britische Organisation ShareAction heute veröffentlicht haben.

Der WWF hat mit dem spezialisierten Partner ShareAction ein Rating der 20 grössten Schweizer Pensionskassen durchgeführt. Untersucht wurde, ob Pensionskassen die Gelder ihrer Versicherten nachhaltig anlegen und ob sie darüber transparent informieren. Das Rating kommt zum Schluss, dass die Mehrheit der 20 grössten Schweizer Pensionskassen bei ihren Investitionsentscheiden Kriterien der Nachhaltigkeit wie den Klimawandel noch nicht systematisch berücksichtigen.

Alle 16 Pensionskassen, die am Rating teilgenommen haben, beschäftigen sich mit dem Thema verantwortungsvolles Investieren und 13 dieser Kassen haben auch entsprechende Grundsätze. Das Rating verdeutlicht aber auch, dass es noch ein weiter Weg ist, bis die Schweizer Pensionskassen internationale Best Practice für verantwortungsvolles Investieren erfüllen können. So hat beispielsweise nur eine Pensionskasse eine Strategie zu den finanziellen Risiken des Klimawandels entwickelt. Auch die Transparenz bezüglich der tatsächlichen Anlagen sollte erhöht werden, damit die Versicherten wissen, wie ihre Gelder investiert sind, und handeln können, wenn sie damit nicht einverstanden sind. Momentan werden selten Informationen publiziert, welche über die Aufteilung der Vermögenswerte auf einzelne Anlagearten wie Aktien oder Obligationen hinausgehen.

Gut für Versicherte und die Umwelt
"Pensionskassen sollten Umweltrisiken bei ihren Anlageentscheiden zwingend berücksichtigen", erklärt dazu Britta Rendlen, Leiterin der Abteilung Sustainable Finance des WWF Schweiz. Denn Umweltrisiken wie beispielsweise der Klimawandel sind oft auch gewichtige finanzielle Risiken für Vorsorgegelder. "Gelder verantwortungsvoll zu investieren ist nicht nur wichtig für eine intakte Natur, sondern auch im Interesse der Versicherten", unterstreicht Britta Rendlen.

Nachhaltiges Investieren in Strategie integrieren
WWF und ShareAction empfehlen den Pensionskassen, die Faktoren für verantwortungsvolles Investieren bei den Anlageentscheidungen systematisch zu berücksichtigen und diese auch transparent zu machen. Nebst den Auswirkungen auf den Klimawandel gehören dazu Faktoren wie Umgang mit Ressourcen, Arbeitsbedingungen und Lohnsysteme. Daneben empfiehlt der WWF, dass Pensionskassen ihre Stimmrechte bei Unternehmen aktiv ausüben sowie den Dialog zu den Unternehmen suchen, in die sie investieren. Stimmrechte sollten dabei nicht nur für inländische, sondern auch für ausländische Aktienbestände ausgeübt werden. Diese Änderungen setzen einen Kulturwandel innerhalb der Schweizer Pensionskassen voraus. Einige Pensionskassen in Schweden, Niederlande oder Grossbritannien sind den schweizerischen Pensionskassen in dieser Hinsicht voraus und können als positive Beispiele dienen.

Pensionskassen sind wichtig
Die Pensionskassen in der Schweiz halten 767 Milliarden Franken. Die 20 grössten machen davon rund einen Drittel (281 Milliarden Franken) aus und wurden im Rahmen des Ratings befragt. Pensionskassen gehören zu den grössten und einflussreichsten Anlegergruppen in der Schweiz. Als langfristige Anteilsinhaber haben sie die Möglichkeit, die Entscheide der Unternehmen, in die sie investieren, direkt zu beeinflussen. Damit gehören die Pensionskassen zu den Schlüsselplayern wenn es darum geht, die Wirtschaft nachhaltiger auszurichten.

Studie zu Anlagestrategie und Transparenz
Verantwortungsvolles Investieren ist ein Anlageansatz, der die Faktoren Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (sogenannte ESG-Faktoren) berücksichtigt. WWF und ShareAction haben zudem die Transparenz der Informationen zum verantwortungsvollen Investieren bewertet. Die Studie wurde mittels Desk Research und einer Befragung der 20 grössten Pensionskassen ausgeführt. Pensionskassen, die nicht an der Befragung teilnehmen wollten, wurden aufgrund öffentlich verfügbarer Informationen bewertet.

Webseite: www.wwf.ch

>>mehr

Delikatessen aus der Folterkammer

Jedes Jahr werden 300 t Stopfleber, 200 t lebende Hummer, 90 t Froschschenkel und 450'000 lebende Frösche in die Schweiz eingeführt. Für diese und weitere fragwürdige «Delikatessen» fristen Millionen Tiere ein erbärmliches Dasein und sterben einen oft qualvollen Tod. Erstmals zeigt ein umfassender Tierschutz-Report Hintergründe zu Produktion und Verbreitung solch tierquälerischer Produkte auf.

Ein monatelanges Martyrium liegt hinter lebenden Hummern die vermeintlich «fangfrisch» an Schweizer Fischtheken und in Gourmet-Tempeln angeboten werden. Nach dem Fang vegetieren sie mit gefesselten Scheren, aufeinander gestapelt und in ständiger Atemnot vor sich hin, in Lagerhallen irgendwo in Nordamerika auf ihren Versand nach Europa wartend, wo zumeist der Tod im kochenden Wasser ihr Leben beendet.

Enten und Gänse, die für die Produktion von Foie Gras (Stopfleber) gemästet werden, leben zusammengepfercht in Massentierhaltung und werden in den letzten Wochen ihres Daseins mit unglaublicher Brutalität zwangsernährt. Die Schweiz importiert 300 t Stopfleber. Dafür werden gegen eine halbe Million Enten und Gänse grausam gequält. Zusammen mit der Tochterfirma Globus ist die Migros die grösste Foie Gras-Händlerin der Schweiz.

Solche und weitere fragwürdige Importprodukte wie etwa Froschschenkel, Wachteleier, Pferdefleisch oder Büffel-Mozzarella vertragen sich weder mit der Selbstdarstellung der hiesigen Grossverteiler als verantwortungsbewusste Unterstützer von Biolandwirtschaft und Tierwohl, noch mit dem Anspruch der Haute Cuisine an Kultur, Stil und Savoir vivre!

Gastronomie und Delikatessenhandel: weitgehend uneinsichtig
Im Rahmen seiner Recherche versandte der Schweizer Tierschutz STS eine Umfrage an Detail- und Delikatessenhändler, an Guide Michelin, Gault Millau, GastroSuisse sowie an zehn Spitzenköche der Schweiz. Während der Detailhandel sich auskunftsbereit und problembewusst zeigt, schweigt die Haute Cuisine - von wenigen Ausnahmen abgesehen. Nur zwei der kontaktierten Betriebe bzw. Sterneköche (The Restaurant im Dolder Grand, Zürich und Stucki, Basel) reagierten auf die STS-Umfrage.

Damit tierisches Leid weniger wird
Damit tierisches Leid im Zusammenhang mit unserem Essen weniger wird, fordert der Schweizer Tierschutz STS nicht nur ein Importverbot für Stopfleber-Produkte, eine Betäubungspflicht für Hummer und ein Verbot der Tötung von Hummer im kochenden Wasser, sondern unterstützt auch die Motionen Graf (Importverbot für lebende Hummer zu Speisezwecken) und Aebischer (Importverbot für tierquälerisch erzeugte Produkte), sowie die Fair-Food-Initiative der Grünen Partei. Zudem fordert der STS bei sämtlichen tierischen Produkten eine Deklarationspflicht bezüglich Haltungsbedingungen – aus der Überzeugung, dass informierte Konsumenten grundsätzlich bereit sind, für mehr Tierwohl auch mehr zu bezahlen.

Webseite: www.tierschutz.com

>>mehr

Einsehbare Tierfutterzubereitung

Seit dieser Woche können die Besucher des Papiliorama in Kerzers die Tierküche durch grosse Glasscheiben einsehen und direkt miterleben, wie die Tierpfleger die Nahrung für die rund 2'000 Tiere zubereiten. Die neue Attraktion ist das erste Element des "Null Kulissen"-Konzeptes. Weitere werden folgen.

Jeden Tag werden im Papiliorama 47 verschiedene Menus für zirka 2'000 Tiere zubereitet. Dieser Teil des Papiliorama-Alltags spielte sich bisher hinter verschlossenen Türen ab. Der Rundgang im Aussenbereich führt seit heute an den grossen Fenstern der Küche vorbei. Besucher können direkt dabei zusehen, wie das Essen für die tierischen Bewohner des Papiliorama entsteht. Die Menus müssen jeden Tag variiert werden, da auch Tiere Abwechslung und vollwertige Ernährung brauchen. Die Zusammenstellung der verschiedenen Menus - je nach Lieferung der frischen Zutaten und Anpassung auf die
spezifischen Bedürfnisse der Tiere - ist inzwischen so komplex geworden, dass die Menüs mithilfe einer eigenen Software entstehen. Seien es vegetarische Vorlieben, vegane Arten oder schlicht Diäten; alles muss berücksichtigt und sorgfältig vorbereitet werden. Denn eine falsche Ernährung kann für die Tiere gefährlich sein.

Erster Baustein des "Null Kulissen - Konzepts"

Das Papiliorama-Team hat seit langem festgestellt, dass viele ihrer Besucher nur
zu gerne einen Blick hinter die Kulissen werfen möchten. Schon seit längerem führt der Rundgang im Aussenbereich an den Fenstern der Papiliorama-Büros vorbei. Die Öffnung des Küchenbereichs für die Besucher ist ein erster Schritt im neuen "Null Kulissen - Konzept".
Dieses wird in Zukunft um weitere Bereiche ergänzt, bei denen das Publikum direkt den
Papiliorama-Alltag miterleben können - so etwa das Zuchtgehege, die Transitstation für ankommende oder wegreisende Tiere sowie der Tierarztraum. Die Besucher sollen so nicht
nur die Aussenseite des Zoos, sondern möglichst viele, bis anhin versteckte Aspekte des Zooalltags miterleben können. Mit dem "Null Kulissen-Konzept" wollen die Verantwortlichen des Papiliorama den Zooalltag transparent aufzeigen und dabei etwa erklären, warum Zoos eine wichtige Rolle in der weltweiten Arterhaltung spielen und weshalb länderübergreifende Zuchtprogramme dafür wichtige Hilfsmittel darstellen.

>>mehr

Top-Marken versagen

Die Mehrheit der weltweit grössten Baumwollverbraucher versagen, wenn es um Nachhaltigkeit im Baumwollanbau geht. Das zeigt ein Report, den heute das Pesticide Action Network (PAN) UK, Solidaridad und WWF publiziert haben.

Die 37 grössten Baumwollverbraucher wurden auf Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility beim Baumwollanbau bewertet. Der Möbelanbieter Ikea schaffte es mit 12 von maximal 19,5 möglichen Punkten als einziges Unternehmen in die in oberste Kategorie (grün). In der zweiten Kategorie (gelb) finden sich C&A und H&M (9 Punkte), gefolgt von Adidas (7,75 Punkte). Die Unternehmen Nike (6,75 Punkte), Marks & Spencer (5,5 Punkte), VF Corporation (3,25 Punkte) und Kering (3 Punkte) schafften es nur in die dritte Kategorie (orange). Die restlichen 29 Unternehmen wurden in die letzte Kategorie (rot) eingeteilt, da sie in Bezug auf Nachhaltigkeit bei Baumwolle nichts unternehmen. Untersucht wurden die Firmen durch Rank a Brand, Europas grösster Plattform für Markenvergleiche.

Firmen noch nicht auf dem Weg
"IKEA, C&A und H&M zeigen, dass umweltfreundliche Baumwolle gut fürs Geschäft ist", sagt Richard Holland, Direktor Market Transformation beim WWF International. "Zu viele grosse Firmen sind noch nicht auf diesem Weg. Eine Entschuldigung dafür gibt es nicht, denn noch nie war es für Firmen so einfach, umweltfreundliche Baumwolle zu beziehen."

Verpasste Chance
Ungefähr 10 bis 13 Prozent der weltweit produzierten Baumwolle können in die Klasse "umweltfreundlich angebaut" eingestuft werden. Doch nur ein Fünftel dieser Menge wird als solche in Produkten verarbeitet. Der Rest wird wegen fehlender Nachfrage als konventionelle Baumwolle verkauft. "Das ist eine riesige verpasste Chance", sagt Keith Tyrell, Direktor bei PAN UK. "Die konventionelle Baumwollproduktion ist verantwortlich für gravierende soziale Probleme und Umweltschäden, wie beispielsweise exzessiven Wasserverbrauch und massiven Pestizideinsatz."

PAN UK, Solidaridad und der WWF rufen die grossen Baumwollabnehmerfirmen auf, sich verbindliche Nachhaltigkeitsziele für Baumwolle zu setzen und bis spätestens 2020 nur noch umweltfreundlich angebaute Baumwolle zu nutzen

Baumwolle global
Baumwolle wächst in rund 80 Ländern weltweit. Sie ist mit einem Anteil von 32 Prozent einer der wichtigsten Faserrohstoffe der Textilindustrie. Problematisch ist der Baumwollanbau wegen dem Einsatz von Pestiziden. 6,2 Prozent der weltweit verkauften Pestizide werden für die Baumwollproduktion verwendet, die nur 2,3 Prozent der Ackerflächen beansprucht. Dazu kommt intensiver Wasserverbrauch - derzeit hängt 73 Prozent der globalen Baumwollproduktion von Bewässerung ab.

Für umweltfreundlich angebaute Baumwolle hat der WWF vier Standards als die besten beurteilt: Better Cotton, Cotton made in Africa, Organic und Fairtrade.

Webseite: wwf.panda.org

>>mehr

Eine echte Chance für das Calandarudel

Der WWF ist erleichtert über den heutigen Entscheid des Bündner Verwaltungsgerichtes. Die Beschwerde gegen die Abschussbewilligung für zwei Calanda-Jungwölfe hat das Gericht teilweise gutgeheissen.

Gemäss dem Urteil des Bündner Verwaltungsgerichtes erfolge die Abschussbewilligung für die zwei Jungwölfe des Calandarudels zu schnell und ohne vorher mildere und zumutbare Massnahmen zu ergreifen. So hätten die Wölfe vorher vergrämt oder besendert werden können, hält das Gericht in seinem Urteil fest. Das Bündner Verwaltungsgericht kommt darum zum Schluss, dass die Abschussbewilligung den Grundsatz der Verhältnismässigkeit verletze. Anita Mazzetta, Geschäftsführerin beim WWF Graubünden, ist erleichtert: «Die Bündner Richter haben sich klar für ein sachliches, verhältnismässiges Wolfsmanagement ausgesprochen. Dieser Entscheid ist auch eine Chance für ein verbessertes Monitoring.»

Für die Anordnung betreffend Verbot der Luderplätze und der Abfallentsorgung befand sich das Gericht hingegen nicht zuständig. Indirekt bejat das Gericht jedoch klar die Wichtigkeit von präventiven Massnahmen wie die konsequente Beseitigung von Futterquellen. In diesem Bereich gibt es weiterhin Handlungsbedarf. Der WWF wird sich daher zusammen mit den Behörden für Verbesserungen einsetzen.






Foto: © Asegeir Helgestad / naturepl.com

Webseite: www.wwf.ch
Kontakt: info@wwf-gr.ch

>>mehr