Schneehöhlen für bedrohte Robben

Der WWF hat mit Freiwilligen in Finnland Schneewälle geschaufelt. Darin ziehen sich bedrohte Robben zur Geburt zurück. Denn wegen der Klimaerwärmung blieben die natürlichen Schneeverwehungen aus. Kurzfristig hilft diese Massnahme der Robbenpopulation, langfristig tut es nur der Erhalt ihrer Lebensräume.

In den vergangenen Tagen haben sich Freiwillige zusammen mit dem WWF und dem finnischen Umweltministerium für das Überleben von bedrohten Süsswasserrobben eingesetzt. Sie haben auf dem Saimaa, einem See im Südosten Finnlands, für die Ringelrobben Schneehaufen gebaut. Die Robben brauchen den Schnee, um sich Höhlen für die Geburt ihrer Jungtiere zu bauen. In den letzten Jahren fiel aber zu wenig Schnee, um ebensolche Höhlen zu bauen. Deshalb haben die Freiwilligen Schneewälle geschaufelt, welche die Robben nutzen können.

"Von den Robben leben nur noch 360 Exemplare", sagt Liisa Rohweder, CEO des WWF Finnland. "Ohne die Hilfe der Freiwilligen könnte die Hälfte der Robbenbabys sterben. Wir haben solche Schneewälle schon früher gebaut mit dem Ergebnis, dass fast ausnahmslos alle Robbenbabys in diesen aufgeschaufelten Dämmen geboren wurden."

Zukunft ungewiss
Die ersten Robben-Schneedämme wurden vom WWF Finnland im Rahmen eines Forschungsprojektes unterstützt. Errichtet und getestet wurden sie von Wissenschaftlern der Universität Ostfinnland. Die Situation der Robben am Saimaa gibt einen Vorgeschmack auf das, was in Zukunft in anderen Teilen der Arktis geschehen kann. Die letzten drei Jahre waren die heissesten, zeigen die Aufzeichnungen. Das arktisches Seeeis nimmt laufend in Umfang und Volumen ab. Und damit schrumpfen auch die Lebensräume der vom arktischen Eis abhängenden Arten.

"Wir schätzen die Unterstützung der Freiwilligen sehr", sagt Rohweder. "Aber wir können diese Ersatzmassnahme nur temporär ergreifen. Wir brauchen einen gangbaren Langfristplan. Dieser schliesst unmittelbare Massnahmen im Klimaschutz und eine Planung mit ein, wie wir die Lebensräume von eisabhängigen Arten erhalten können."

Webseite: www.wwf.ch

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