Viel Stress für Tiere

Tierausstellungen 2015

Zum dritten Mal besuchten und bewerteten Fachleute des Schweizer Tierschutz STS im vergangenen Jahr mehrere nationale und regionale Tierausstellungen. Während einzelne Messeveranstalter in den Vorjahren geäusserte Kritikpunkte aufnahmen und Verbesserungen zugunsten der Tiere umsetzten, besteht bei anderen Ausstellungen weiterhin klarer Tierschutz-Handlungsbedarf.

Besucht wurden im Laufe des Jahres 2015 dreizehn Tierausstellungen, darunter grosse Messen von nationaler Bedeutung, eine regionale Kaninchenausstellung, drei Reptilienbörsen, zwei Hunde- und eine Katzenausstellung. Zu sehen und zu bestaunen gab es dauernd angebundene Rinder und Ziegen, tagelang in Minikäfigen eingesperrte Nager, Kaninchen und Vögel, Reptilien in kleinen Plastikboxen und exzessiv und würdelos gestylte Hunde und Katzen. Nur an wenigen Orten wird dem interessierten Besucher eine beispielhafte, artgemässe Tierhaltung präsentiert.

Weder zeitgemäss noch tiergerecht
An der Tier&Technik in St.Gallen, der BEA in Bern und der OLMA St.Gallen wurden Kühe während der gesamten, jeweils mehrtätigen Ausstellungsdauer angebunden gehalten. Bei der Tier&Technik gilt dies auch für Ziegen und Schafe. Zeitgemäss ist die Anbindehaltung von Nutztieren nicht. Und tiergerecht schon gar nicht.
An Reptilienbörsen werden Tiere, oftmals in viel zu kleinen und allseitig einsehbaren Behältern, nicht nur ausgestellt, sie können auch erworben werden. Das verleitet zu Spontankäufen mit ungewissem Ausgang. Rund 2400 Vögel wurden an der SwissBird in Zofingen präsentiert. Die Mehrheit von ihnen verbrachte die Ausstellungstage in extrem kleinen, nicht vogelkonformen Käfigen und manche zeigten deutliche Anzeichen von Angst und Stress. Die Schweizerische Rammlerschau in Sempach erlebten mehr als 4200 Kaninchen in endlos langen Reihen von Käfigen in Einzelhaft.
Neben dem bekannten, übertriebenen Zurechtmachen der Tiere, sowohl an Hunde- wie auch an Katzenausstellungen, wurden weiterhin Extremzuchten ausgestellt. Hunde wurden mit gesetzlich verbotenen Würgeleinen und -halsbändern im Vorführring herumgezerrt.

Tiere während der Ausstellungstage
Der Schweizer Tierschutz STS wendet sich nicht grundsätzlich gegen Ausstellungen mit Tieren, fordert aber eine tierfreundliche Haltung, ausreichend Platz und Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere. Der STS kritisiert vehement die gesetzlichen Ausnahmeregelungen, die es den Ausstellern erlauben, Tiere während Tagen unter Bedingungen zu präsentieren, die die üblicherweise geltenden Mindestanforderungen der Tierschutzverordnung unterschreiten. Wo Tiere länger als einen Tag ausgestellt werden, sind aus Tierschutzsicht mindestens die gesetzlichen Minimalvorschriften einzuhalten.

Webseite: www.tierschutz.com
Kontakt: sts@tierschutz.com

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