Mehr Vogelopfer an Windanlagen

Am 28.11.16 hat das Bundesamt für Energie eine Studie zu Schlagopfern an der Windanlage Peuchapatte im Kanton Jura veröffentlicht. Die Studie ergab 20,7 tote Vögel pro Windenergieanlage und Jahr. Das ist das Doppelte von dem, was derzeit als oberster Schwellenwert diskutiert wird. BirdLife Schweiz verlangt deshalb eine deutlich sorgfältigere Planung von Standorten für Windanlagen in der Schweiz.

Kollisionen von Vögeln und Fledermäusen mit Windenergieanlagen sind eines der grossen Probleme bezüglich der Nutzung von Windenergie. Doch die Beeinträchtigung naturnaher Lebensräume und Störungen sind ebenso gravierend. Mit der heute veröffentlichten Studie der Schweizerischen Vogelwarte stehen nun für das Kollisionsrisiko erstmals klare Zahlen zur Verfügung. Die drei Windturbinen von Peuchapatte JU, an denen die Studie durchgeführt wurde, stehen auf einem Hügel in offener Landschaft, den die Vögel problemlos umfliegen können. Die eine Hälfte des Hügels ist landwirtschaftlich intensiv bewirtschaftet, der Abhang gegen Norden bewaldet.

Während bei anderen Projekten von Windanlagen auch gefährdete Brutvögel wie zum Beispiel Birk- oder Auerhühner stark betroffen sind, geht es bei Peuchapatte primär um ziehende Arten. Die Windanlagen sind dort auch parallel zur Zugrichtung angeordnet, was Kollisionen verhindern hilft. Dennoch ist die Zahl von 20,7 toten Vögel pro Windenergieanlage und Jahr doppelt so hoch wie der bisher diskutierte oberste Schwellenwert von 10 Schlagopfern.

BirdLife Schweiz verlangt deshalb eine deutlich sorgfältigere Planung von Standorten für Windanlagen in der Schweiz. Nicht allein durchziehende Vögel können durch Windanlagen gefährdet werden, sondern vor allem auch bedrohte Brutvögel, die täglich in Gefahr stehen, von den Rotoren getötet zu werden. Zudem können Windanlagen, die am falschen Ort geplant werden, ganze Lebensräume zerstören und bisher naturnahe Flächen durch Störungen entwerten.

Die Standortplanung der Nutzung der Windenergie ist entscheidend. Denn die Gefahren für Brutvögel und Lebensräume können nur durch Ausschluss des Baus von Windanlagen in naturnahen Gebieten abgewendet werden. Ein späteres Abschalten von Windanlagen bei starkem Vogelzug kann höchstens das Kollisionsrisiko bei Zugvögeln vermindern, und das auch nur bei solchen, die in Schwärmen ziehen, und nicht bei segelnden Arten wie Greifvögeln. Zudem müssen kumulative Effekte berücksichtigt werden: Ein Zugvogel, der von Norddeutschland nach Spanien zieht, passiert heute Tausende von Windanlagen.

Webseite: www.birdlife.ch

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Greifvogel-Vergiftung

Das Bezirksgericht Dielsdorf hat heute Nachmittag einen Taubenzüchter verurteilt, der vorsätzlich einen Habicht vergiftet und getötet hat. Das Ziel des Täters war wahrscheinlich die Vergiftung von seltenen Wanderfalken gewesen. BirdLife Schweiz ist froh, dass nun endlich ein Fall von Greifvogelvergiftung geahndet wird. Der Naturschutzverband verfolgt die Situation in der ganzen Schweiz weiterhin genau.

Zürich. Das Vergiften von Greifvögeln ist eine Straftat, die mit Gefängnis und Busse bestraft wird. Dies ist dem Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf von heute Nachmittag zu entnehmen, welches einen angeklagten Taubenzüchter zu 11 Monaten bedingt und 4000 Franken Busse verurteilt hat. Der Verurteilte hatte im letzten Herbst einen Habicht getötet, und zwar mit einer mit Gift bestrichenen Taube. Dabei war es sein Ziel, Greifvögel wie Wanderfalke und Habicht zu dezimieren, damit diese keine seiner hochgezüchteten Tauben fressen sollen.

BirdLife Schweiz ist froh darüber, dass nun endlich ein Fall von Greifvogelvergiftung vor Gericht geahndet wird. Denn es handelt sich nicht um einen Einzelfall. Berühmt geworden ist ein Fall von 2011, als ein Wanderfalke an einer vergifteten Taube vor laufender Webcam in der Stadt Zürich qualvoll starb. Allein in den letzten anderthalb Jahren sind neben dem heute vor Gericht verhandelten Fall drei weitere Vergiftungsfälle bekannt geworden. „Die Dunkelziffer dürfte aber gross sein“, sagt Werner Müller, Geschäftsführer von BirdLife Schweiz. „Denn es ist sehr schwierig, vergiftete Greifvögel in der Natur zu finden. Dass der vergiftete Habicht in der unmittelbaren Umgebung des Taubenzüchters starb, war ein Spezialfall.“

BirdLife Schweiz hofft, dass mit diesem Gerichtsurteil allen Taubenzüchtern in der Schweiz klar wird, dass das Vergiften von Greifvögeln nicht toleriert wird und hofft, dass das illegale Tun sofort aufhört. BirdLife Schweiz verfolgt die Situation unterdessen in vielen Gegenden der Schweiz sehr genau und wird nicht davor zurückschrecken, neue Vergiftungsfälle vor Gericht zu bringen. Dank des Beitrags einer Stiftung kann BirdLife Schweiz überdies eine Belohnung von bis zu 10 000 Franken aussetzen für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung von Tätern führen.

Bild: birdlife, Mathias Schäf

Webseite: www.birdlife.ch

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Volkszählung bei Schweizer Gartenvögeln

BirdLife Schweiz führte vergangenes Wochenende zum dritten Mal die «Stunde der Gartenvögel» durch und rief die Bevölkerung dazu auf, die Vögel im Garten zu zählen. Die ersten Meldungen sind bereits ausgewertet – es zeigt sich, dass in naturnah gestalteten Gärten am meisten Vögel vorkommen.

Vergangenes Wochenende, vom 6. bis 8. Mai, rief BirdLife Schweiz die Bevölkerung der Schweiz dazu auf, eine Stunde lang im Garten oder in einem öffentlichen Park alle Vögel zu bestimmen und zu zählen und die Beobachtungen zu melden. Die bisher 519 eingegangen Meldungen sind bereits ausgewertet. Es zeichnet sich klar ab, dass die Anzahl der beobachteten Arten stark von der Gartengestaltung abhängt: Je mehr naturnahe Elemente in einem Garten vorhanden sind, umso grösser ist die Vielfalt der Vogelarten. Einen deutlich positiven Einfluss haben beispielsweise einheimische Bäume und Sträucher im Garten.

Die Amsel ist der häufigste Gartenvogel

Nach den bisher eingegangenen Meldungen wurden 113 verschiedene Arten und insgesamt 19’071 Individuen beobachtet. Zahlreiche weitere Meldungen werden in den nächsten Tagen noch erwartet. Insbesondere in naturnah gestalteten Gärten kamen teilweise beachtliche Artenlisten mit über 30 Arten zusammen – der Vorjahresrekord von 36 Arten in einem Garten wurde mit 33 Arten (noch) nicht überboten. Dagegen konnten in Gärten mit wenigen naturnahen Elementen durchschnittlich nur 8,6 Arten beobachtet werden.

Am häufigsten beobachtet wurde die Amsel – sie kommt in 91% aller Gärten vor und konnte damit den Spitzenplatz halten. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Kohlmeise und Haussperling. Geht man nach der Anzahl der beobachteten Individuen, so war der Haussperling mit 3147 gezählten Vögeln am häufigsten, gefolgt von Mauersegler (1513) und Amsel (1453). In einigen Gärten konnten auch seltenere Arten wie z. B. Goldammer, Sperber oder Wendehals entdeckt werden.

Der Vogel des Jahres zu Gast in bäumigen Gärten

Auch der Buntspecht, Vogel des Jahres 2016, kommt teilweise in Dörfern und Städten vor – er konnte in jedem 5. Garten beobachtet werden. Damit der Buntspecht in Siedlungen vorkommen kann, ist ein guter Baumbestand nötig. Doch nicht nur der Buntspecht profitiert von Gehölzen in Garten und Parks – viele weitere Vögel und auch andere Tiere sind darauf angewiesen: In Gärten mit einheimischen Büschen oder Bäumen wurden durchschnittlich über 12 Vogelarten beobachtet, in solchen ohne diese Elemente weniger als 10. Und auch der Mensch profitiert von Bäumen im Siedlungsraum: Sie haben einen ausgleichenden Effekt auf die Temperaturen, filtern Staub aus der Luft und produzieren Sauerstoff.

Baum ist übrigens nicht gleich Baum: Besonders wertvoll sind grosse, alte Bäume mit rauer Borke und vielen Höhlen. Wichtig ist auch die Wahl einheimischer Arten: Exotische Büsche und Bäume haben keinen positiven Einfluss auf die Anzahl der beobachteten Vogelarten gezeigt!

Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer haben somit die Möglichkeit, mit der Gartengestaltung einen wertvollen Beitrag zur Artenvielfalt im Siedlungsraum zu leisten. Nicht nur Vögel fühlen sich in schönen Naturgärten wohl – auch zahlreiche andere Artengruppen profitieren davon. BirdLife Schweiz hat daher verschiedene Unterlagen produziert, wie natur- und vogelfreundliche Gärten angelegt werden können.

Die „Stunde der Gartenvögel“, eine „Citizen Science“-Aktion (partizipative Wissenschaft), wird seit 2014 jährlich durchgeführt.

Bild 1: Michael Gerber

Webseite: www.birdlife.ch

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Brieftaubensport. Verluste inbegriffen

Keine andere Sportart in der Schweiz geht derart rücksichtslos mit Tieren um. Fernab der Oeffentlichkeit, ohne behördliche Kontrolle, werden Brieftauben von Schweizer Züchtern an Sportanlässen im In- und Ausland zu Extremleistungen gezwungen. Eine Recherche des Schweizer Tierschutz STS zeigt: Viele Sporttauben werden tierschutzwidrig gehalten und am Ende einer Flugsaison sind bis zur Hälfte aller Tiere tot.

2015 waren beim Schweizerischen Brieftaubensport-Verband SBV 137 aktive Züchter gemeldet. Diese «produzieren» jährlich rund 25´000 Jungvögel. Einige Züchter halten mehrere Hundert Tauben in ihren Schlägen. Die Qualität der Tierhaltung ist dabei äusserst unterschiedlich. Aus Angst vor Greifvögeln oder Dieben halten etliche Taubensportler ihre Tiere den Winter über eingesperrt in dunklen, stickigen Verschlägen ohne die - gesetzlich vorgeschriebene - Aussenvoliere. In grossen Rennställen dürfte zudem nur ein Bruchteil der Vögel regelmässigen Freiflug geniessen, während Dutzende, wenn nicht Hunderte Tiere als blosse Reserve ihr Leben in engen Taubenschlägen fristen.

Bedenklich hohe Verlustraten
Während der Wettkampf-Saison machen sich Taubensportler die «Witwermethode» zunutze: Immer wieder trennen sie die in lebenslanger Einehe lebenden Taubenpaare und setzen einen der Partner in Wettflügen ein, damit er - oder sie - möglichst rasch wieder nach Hause fliegt. 12 bis 14 Mal wird eine Schweizer Brieftaube pro Saison in engen, überbelegten Transportern bis nach Ostdeutschland oder Tschechien verbracht. Bis zu 600 km betragen die Wettkampf-Distanzen, welche die überlebenden Tauben in nur sieben bis acht Stunden zurücklegen. Aber nur ein Bruchteil der Tauben erreicht jemals wieder den Heimatschlag: Je nach Witterung, Flugdistanz und individueller Kondition der Vögel muss mit einer Verlustrate von 10 bis 50% gerechnet werden! Manche der Sporttauben kehren nur verspätet heim - sie werden von Tierfreunden aufgefunden, von Tierheimen aufgepäppelt und dem Eigentümer zurückgebracht, sofern dieser an einer Rücknahme überhaupt noch interessiert ist. Andere kehren nie zurück. Sie sterben an Erschöpfung, Hunger, werden von Greifvögeln geschlagen oder kollidieren mit Stromleitungen. In jeder anderen Sportart mit Tieren würden Wettkämpfe mit derart hohen Verlustraten verboten. Der Taubensport fristet jedoch ein von behördlichen Kontrollen weitgehend ungestörtes Dasein.

Inakzeptable Instrumentalisierung von Tieren
Aus Sicht des Schweizer Tierschutz STS stellt die militärnostalgisch angehauchte Tradition des Brieftaubensports in seiner heutigen Form eine inakzeptable Instrumentalisierung und Überforderung von Tieren dar. Der STS kritisiert die laschen gesetzlichen Vorschriften bei der Taubenhaltung ebenso wie die fehlende behördliche Kontrolle im Taubensport.

Es gibt keine Rechtfertigung für diese Form der Tier-Ausnutzung. Die aktuelle Form der Brieftaubenzucht und des Brieftaubensports überfordern die natürliche Anpassungsfähigkeit der Tiere. Sie verstossen damit gegen die Grundsätze der Tierschutzgesetzgebung. Mittelfristig soll der Bund mit einer Studie klären, ob der Brieftaubensport überhaupt tierschutzkonform betrieben werden kann oder gänzlich zu verbieten ist.

Webseite: www.tierschutz.com

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Erleichterte Eingriffe sinnlos

Höckerschwanbestand

Neue Paragraphen für eine erleichterte Regulierung von Beständen des Höckerschwans sind unnötig. BirdLife Schweiz hat deshalb keinerlei Verständnis dafür, dass der Nationalrat neue Gesetzes- und Verordnungsartikel schaffen will, um gegen den stolzen und beliebten Vogel vorzugehen. Die Politiker schaffen neue Bestimmungen auf kantonaler und nationaler Ebene, die von Beamten mit aufwändigen Verfahren umgesetzt werden müssen. Und alles wegen eines lokalen Problems mit ein paar verkoteten Wiesen in Nid- und Obwalden.

Die neue Regelung, welche der Nationalrat heute beschlossen hat, ist unnötig: Bereits mit den bestehenden gesetzlichen Grundlagen ist es möglich, die Schwanenbestände zu regulieren, wenn sie wirklich grosse Schäden anrichten würden. Das beweist auch die Tatsache, dass moderate Eingriffe gegen die Höckerschwäne in Nid- und Obwalden bereits bewilligt sind und diesen Frühling starten.

Es geht um ein lokales Problem, das nun von einzelnen Parlamentariern auf die nationale Ebene hochstilisiert wird: die Verkotung einiger weniger Wiesen in Seenähe in den Kantonen Nid- und Obwalden. Dieses Problem entstand primär dadurch, dass die Höckerschwäne übermässig gefüttert wurden. Dazu haben die meisten Kantone bereits gute Lösungen gefunden, indem sie die Fütterung eingeschränkt haben.

Die zuständigen Fachstellen für Säugetiere und Vögel beim Bund und in den Kantonen haben wichtigere Aufgaben, als sich mit Höckerschwänen zu beschäftigen. Die Wildtierkorridore in der Schweiz sind noch immer nicht hergestellt. Manche Korridore verschlechtern sich sogar. Viele der prioritären Säugetier- und Vogelarten der Schweiz sind unter starkem Druck und brauchen dringend Massnahmen zum Schutz und zur Förderung ihrer Lebensräume. Diese für die Fauna unseres Landes wichtigen Projekte leiden darunter, wenn die Fachstellen mit unnötigen Aktivitäten gegen den Höckerschwan belastet werden.

Webseite: www.birdlife.ch
Kontakt: svs@birdlife.ch

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Spring Alive

Die Zugvögel beobachten und melden

Die länger werdenden Tage sind ein untrügliches Zeichen, dass schon bald die ersten Zugvogelarten zurückkehren. Bereits im Anflug sind der Weissstorch und die Rauchschwalbe, die vereinzelt schon beobachtet werden konnten. BirdLife Schweiz lädt ein, an der europaweiten Beobachtungsaktion Spring Alive teilzunehmen und die Rückkehr von Weissstorch, Rauchschwalbe und drei weiterer Zugvogelarten per Internet zu melden und auf einer interaktiven Karte mitzuverfolgen. Kinder können an einem Malwettbewerb teilnehmen und tolle Preise gewinnen.

Die Rauchschwalbe, die diesjährige Schwerpunktart der Aktion Spring Alive, gilt als Frühlingsbotin und Glücksbringerin. Sie zählt zu den bekanntesten Vogelarten Europas, unter anderem weil sie in der Nähe des Menschen brütet. Sie legt ihre Nester im Inneren von offenen Gebäuden an, meistens in Ställen und Scheunen. Um in der Schweiz zu brüten, legt die Rauchschwalbe auf ihrem Weg aus dem afrikanischen Winterquartier bis zu 9000 km zurück. Eine erstaunliche Leistung! BirdLife Schweiz lädt alle interessierten Personen ein, sich näher mit dem faszinierenden Phänomen des Vogelzugs zu befassen und an der europaweiten Beobachtungsaktion Spring Alive teilzunehmen. Über die Internetseite www.birdlife.ch/springalive kann man auf einer interaktiven Karte verfolgen, wann und wo die fünf Zugvogelarten Rauchschwalbe, Weissstorch, Kuckuck, Mauersegler und Bienenfresser in Europa ankommen und die Ankunft dieser Vögel in der Schweiz melden. Als Erste kommen in diesen Tagen die Störche an. Es folgen gegen Mitte März die Rauchschwalben, im April Kuckuck und Mauersegler. Der seltene Bienenfresser wird oft erst ab Mitte Mai in der Schweiz gesichtet.

Schwalben besser kennenlernen
Da Rauchschwalben in der Nähe der Menschen leben, können sie einfach beobachtet werden. Spring Alive lädt Gross und Klein ein, die Rauchschwalben in der Nachbarschaft näher kennenzulernen. Wann kommen sie zurück? Wie bauen sie ihr Nest und wie viel Zeit brauchen sie dazu? Wie oft werden die Jungen gefüttert? Wann fliegen die Jungen aus? Kinder können am Spring-Alive-Malwettbewerb „Meine Schwalben“ teilnehmen, ihre Beobachtungen zu den Rauchschwalben auf einer Zeichnung festhalten und tolle Preise gewinnen.

Die Rauchschwalbe willkommen heissen
Nach einer so langen Reise brauchen die Rauchschwalben in der Schweiz genügend Nahrung in Form von Insekten und eine geeignete Brutmöglichkeit. Für den Nestbau benötigen sie Lehm, den sie zum Beispiel in Pfützen auf unbefestigten Wegen finden. BirdLife Schweiz setzt sich dafür ein, dass der Lebensraum für die Rauchschwalbe erhalten bleibt. Er kämpft für weniger Pestizide in der Landwirtschaft und im Gartenbau und für mehr qualitativ gute Ausgleichsflächen im Kulturland, damit die Insektenvielfalt und somit die Nahrungsgrundlage vieler Vögel nicht weiter reduziert wird. Wichtig ist auch, dass es weiterhin Ställe und Scheunen mit freiem Zugang für die Rauchschwalbe gibt, sowie Lehmpfützen, eine immer seltener werdende Ressource. Auf der Internetseite von Spring Alive werden Tipps aufgeschaltet, wie jeder einzelne sich für den Schutz der Schwalben einsetzen kann.

Bild 2 und 3: © Cezary Korkosz

Webseite: www.birdlife.ch
Kontakt: svs@birdlife.ch

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Der Kanarienvogel

Der Kanarienvogel (Serinus canaria forma domestica), auch Kanarie, süddeutsch und österreichisch Kanari, stammt vom Kanarengirlitz (Serinus canaria) ab. Die Domestikation des Kanarengirlitzes zum Kanarienvogel begann nach der Entdeckung und Eroberung der Kanarischen Inseln, der Azoren und der Insel Madeira durch die Europäer im 15. Jahrhundert.

Heute gibt es vom Kanarienvogel viele Rassen und Farbschläge, die sich in ihrem Gesang (Gesangskanarien), in ihrer Gestalt und Gefiedertextur (Positurkanarien) oder in ihrer Farbe (Farbenkanarien) unterscheiden.

Gesangskanarien sind die einzigen Haustiere bei denen die Stimme und Lautäußerungen züchterisch verändert wurden. Die Gesangskanarienrasse Harzer Roller gelangte in dieser Hinsicht zu Weltruhm.

Aussehen

Der Kanarienvogel ist etwas größer als sein wilder Vorfahre, der Kanarengirlitz. Gesangs- und Farbenkanarienvögel sind etwa 13,5 cm bis 14,5 cm groß. Positurkanarienvögel gibt es von 11 cm bis 23 cm Länge.

Die bekannteste Gefiederfarbe der Kanarienvögel ist das "Kanariengelb". Jedoch gibt es heute eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Gefiederfarben (z. B. weiß, rot, braun, hellbraun). Um 1920 wurden Kapuzenzeisige in die damals nur gelbgrundigen Kanarienvögel eingekreuzt. Seither gibt es Kanarienvögel mit roter Gefiederfarbe. Einige Züchtungen tragen auch eine Haube oder haben besondere Gefiederfrisuren.

Quelle: Wikipedia
Bild: Von NEWSchr - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=44593051

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Der Wellensittich

Der Wellensittich (Melopsittacus undulatus) ist eine Vogelart, die zur Familie der Eigentlichen Papageien (Psittacidae) gehört. Es handelt sich um kleine Vögel mit einem schmalen, stark stufigen Schwanz. Die Geschlechter sind gleich gefärbt, Jungvögel ähneln den adulten Vögeln. Wellensittiche sind im Freiland die am häufigsten vorkommende Papageienart Australiens, die Häufigkeit ist aufgrund der uneinheitlichen klimatischen Bedingungen jedoch regional verschieden. Wegen der zunehmenden Weidewirtschaft, in deren Folge zahlreiche Viehtränken eingerichtet wurden, verbesserten sich ihre Überlebensmöglichkeiten in vielen der ariden Regionen Australiens. Dies hat teilweise zu einem deutlichen Anstieg der Individuenzahl geführt.

In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet leben Wellensittiche in teils sehr großen Schwärmen. Diese fallen durch ihr Fluggeräusch sowie durch ihre trillernden Kontaktrufe auf. In klimatisch günstigen Regionen sind Wellensittiche Standvögel. In Trockenklimaten ziehen sie weiter, wenn die Wasserstellen austrocknen.

Wellensittiche werden in Europa seit 1840 als Ziervögel gehalten. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Vogel in großer Zahl gezüchtet, um die Nachfrage nach dieser Art zu befriedigen. Heute ist der Wellensittich die vermutlich am häufigsten gehaltene Papageienart weltweit. Es existieren zahlreiche in Größe, Farbe und Gefiedermerkmalen von der Wildform abweichende Zuchtformen.

Aussehen

Wellensittiche der Wildform sind rund 18 cm lang und weisen keinen auffallenden Geschlechtsdimorphismus auf. Weibchen sind geringfügig schwerer und erreichen ein Körpergewicht zwischen 24 und 40 Gramm, während Männchen der Wildform zwischen 22 und 32 Gramm wiegen. Die Geschlechter lassen sich vor allem anhand der Farbe der Wachshaut unterscheiden, die bei der Wildform bei den Männchen blau und bei den Weibchen braun ist.
Wildfarbener Wellensittich, Männchen

Wellensittiche besitzen eine leuchtend grüne Grundfärbung, die von einer schwarzen Querbänderung, den namensgebenden Wellen, überlagert wird. Die Bänderung beginnt am Vorkopf. Das Wellenmuster ist auf Kopf und Vorderrücken sehr fein und geht auf den Flügeldecken in breite Querstreifen über. Die Stirn, die Augenregion, die Kehle und die vordere Wangenhälfte sind gelb. An den Wangen besitzen sie je einen blauen Fleck, über der Kehle finden sich vier bis sechs schwarze rundliche Flecken. Bei Mutationsformen kann die Zahl der Kehlflecken abweichen.

Die Unterflügeldecken sind grün, der Schwanz grünlichblau und die äußeren Federn kürzermittig mit gelben Band. Die Füße sind gräulichblau. Unter Ultraviolettstrahlung fluoreszieren einige Federn des Kopfgefieders bei der Wildform, nicht aber bei blauen und weißen Zuchtformen, schwefelgelb. Wellensittiche sind Tetrachromaten und UV-sichtig.

Jungvögel sind insgesamt etwas matter als die adulten Vögel gefärbt. Die Wellenzeichnung beginnt bei ihnen bereits auf Stirn und Vorscheitel.Die schwarzen Flecken auf der Kehle sind verwischt oder fehlen sogar ganz. Sie unterscheiden sich von den adulten Wellensittichen durch eine rosaviolette Färbung der Wachshaut, eine dunkle Augenhaut und Iris.

Quelle: Wikipedia
Bild: Von Richard.Fisher - Budgerigar at Alice Springs Desert Park, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=13294415

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Der Loris

Die Loris (Loriinae), seltener auch Lories geschrieben oder Honigpapageien genannt, sind eine Nektar trinkende Unterfamilie aus der Familie der Eigentlichen Papageien (Psittacidae). Stellenweise werden sie noch als eigenständige Familie (Loriidae) innerhalb der Ordnung der Papageienvögel (Psittaciformes) betrachtet.

Außerdem werden auch die baumbewohnenden Primaten der Familie Lorisidae oder Loridae als Loris bezeichnet. Um Verwechslungen zu vermeiden, wird für die Vögel (Loriinae) stellenweise die Schreibweise Lories verwendet. Im Singular und bei der Artbezeichnung mittels vollständigem Trivialnamen heißt es in allen Fällen Lori.

Aussehen

Loris sind kleine bis mittelgroße, farbenprächtige, baumbewohnende Papageien. Ihr Gefieder ist dicht und glänzend. Grün, Rot und Blautöne dominieren. Eine Besonderheit liegt in ihrer Ernährungsweise. Sie ernähren sich hauptsächlich von Pollen und Nektar, aber auch von weichen, saftigen Früchten. Zur besseren Nahrungsaufnahme ist ihre Zungenspitze mit bürsten- oder pinselartig aufrichtbaren Papillen besetzt.

Quelle: Wikipedia
Bild 1: Von Ltshears - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5643114
Bild 2: Von Louise Docker from Sydney, Australia - Wet Lorikeet, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3109054

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Der Sperlingspapagei

Die Sperlingspapageien (Forpus) sind eine Gattung von kleinen Papageien, die zu den Neuweltpapageien (Arini) gehören. Die Vögel leben von Mexiko bis in die Mitte Südamerikas.

Aussehen

Sperlingspapageien sind kurzschwänzige Vögel von 10 bis 13 cm Länge, nur der Gelbmasken-Sperlingspapagei (F. xanthops) ist mit 14–15 cm Länge etwas größer. Das Gefieder ist überwiegend grün oder gelbgrün gefärbt. Leuchtend blaue Gefiederpartien haben nur die Männchen. Blau gefärbt können insbesondere Bürzel, Nacken und Teile der Flügel sein. bei angelegten Flügeln reichen ihre Spitzen bis zum Ende des Schwanzes.

Mehrere Arten werden als Heimtiere gehalten, am häufigsten der Blaugenick-Sperlingspapagei (F. coelestis), der in der Schweiz und in Österreich auch als Blaunacken- oder Graurücken- Sperlingspapagei bezeichnet wird. Eine paarweise Haltung der Sperlingspapageien ist unbedingt erforderlich. Die Mindestgröße der Voliere beträgt 1m*0,5m*0,5m (lbh). Mittlerweile gibt es bei mehreren Arten Mutationen - vor allem in Gelb, Blau und gescheckt.

Quelle: Wikipedia
Bild: Von Dario Sanches from SÃO PAULO, BRASIL - TUIM (Forpus xanthopterygius ), CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3789657

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Der Zebrafink

Der Zebrafink (Taeniopygia guttata) ist eine Art der Familie der Prachtfinken, die als einzige der Gattung der Zebrafinken zugeordnet wird. Der australische Zebrafink, Taeniopygia guttata castanotis, ist ein in Deutschland sehr beliebter Ziervogel, der Timor-Zebrafink wird nur sehr selten gehalten oder gar gezüchtet.

Aussehen

Erscheinungsbild des wild lebenden Zebrafinken

Der wild lebende Zebrafink wird bis zu elf Zentimeter lang und rund 10 Gramm schwer. Das Männchen hat ein schmales schwarzes Brustband, einen rotbraunen Wangenfleck, rotbraune Flanken mit runden oder ovalen weißen Punkten und einen besonders intensiv roten Schnabel. Die Kehle zeigt die typische Zebrazeichnung bis unter den Schnabel. Das Weibchen ist im Bauchbereich beige bis weiß und auf dem Rücken dunkel- bis schiefergrau. Die Wangenzeichnung und Zebrazeichnung an der Kehle fehlen. Die Schwanzfedern sind schwarz und werden durch die schwarz-weiß gebänderten Oberschwanzdecken größtenteils überdeckt.

Jungtiere zeigen keine typischen Zeichnungsmerkmale, da sie erst nach der ersten Mauser ausfärben; ihr Schnabel ist schwarz.

Die Unterscheidungsmerkmale der Unterarten

Der Timor-Zebrafink ist mit einer Körperlänge bis zu 10 cm die kleinere der beiden Unterarten. Auffälligstes Unterscheidungsmerkmal ist, dass ihm die Zebrazeichnung auf Kinn und Kehle vollständig fehlt. Die namensgebende schwarzweiße Zeichnung findet sich bei ihm nur an den Halsseiten. Der Scheitel und der Nacken haben einen deutlich bräunlicheren Ton als bei der australischen Unterart und die Körperunterseite ist bei beiden Geschlechtern beige.
Erscheinungsbild der domestizierten Zebrafinken

Als Ziervogel wird überwiegend der Australische Zebrafink gehalten. Die domestizierten Vögel sollen gemäß dem Bewertungsstandard für Zebrafinken 12,5 cm lang sein. Sie erreichen ein Gewicht von bis zu 40 Gramm und bei einigen Exemplaren auch darüber. Sie sind damit größer und schwerer als ihre wild lebenden Artgenossen.

Als „Australischer Prachtfink“ wird er von vielen Züchtern als Ausstellungsvogel ständig weiter „geformt“ und in seinem farblichen Erscheinungsbild variiert. Über 50 anerkannte Farbschläge sind durch Zucht entstanden, die in der Natur nicht vorkommen. So z. B. Pastellfarben und Schwarzwangen. Hier haben die Hähne einen schwarzen Wangenfleck anstelle des rötlichen. Auch die Hennen zeigen diesen Wangenfleck, der sonst als Geschlechtsmerkmal für die männlichen Zebrafinken gilt.

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